Schlussstriche

S

Wenn ich Mama anrufe, muss es mir besonders schlecht gehen, tatsächlich weiß ich nicht einmal wieso ich so emotional bin, vielleicht, weil ich an das Gute im Menschen glaube, an eine bessere Welt, dass alles am Ende gut wird und das Leben ein Prozess ist.

Fehler wurden gemacht, Erkenntnisse gewonnen, ich bin mit meiner Kraft am Ende – ich war diesem Punkt schon einmal und weiß in etwa wie ich mich aus der Scheiße zieh’ – ich weiß, wie ich jeden Tag aufs neue weiter machen kann und das obwohl ich so maßlos enttäuscht bin.

Es ist wie es ist – Punkt.

Mein Kollege hat mich heute gefragt wie viele Tattoos ich eigentlich habe und tatsächlich ist es nur das eine – die beiden Schlüssel, die mich täglich daran erinnern sollen, dass ich in meinem Leben schon weitaus schlimmeres durchgemacht habe. Ich war schon an diesem Punkt, wo ich keinen Ausweg mehr gesehen habe, an dem Punkt wo ich am liebsten nur noch schreien und weinen gleichzeitig würde.

Letztes Jahr um diese Zeit, dachte ich eigentlich es hat ein Ende – dachte endlich kommt alles zusammen, wollte mit dem Menschen zusammen sein, der mir über die Jahre hinweg über so viel Leid hinweggeholfen hat und, dass ohne es überhaupt zu wissen.

Ich habe mich getäuscht und das tut mir leid – und nun sitze ich wieder hier, betrachte die Scherben der Vergangenheit, will verstehen, komme aber zu keiner Erkenntnis – Wieso? Weil ich zu gut bin und Gutmütigkeit wird ausgenutzt – ich kann nur beurteilen was ich sehe und das ist recht eindeutig: Ich bin ihr egal, obwohl ich das eigentlich nicht wahrhaben möchte, weil ich dachte sie sei anders, sie sei diejenige mit der ich alt werden kann – tatsächlich stehe ich wieder allein da und muss schauen wie es für mich weiter geht.

Passend zum Thema:  Flucht

Es wird schwer werden, wie immer… und wie immer wünsche ich mir, dass ich die Stärke hätte einfach nur nach mir zu schauen, hätte schon lange sagen müssen bis hier hin und nicht weiter, hab Wochen und Monatelang mit Freunden geredet und wollte verstehen… “Wird schon Eric…”

Ja, dachte ich auch… doch inzwischen habe ich keine Kraft mehr… ich bin am Ende.

Ich spüre wie ich innerlich zerbreche und erinnere mich an die Zeiten von Fake-Eric… Gott, ich will so eigentlich nicht sein, überhaupt nicht.

Leicht wäre es gewesen sie einfach rauszuwerfen, kann mir ja egal sein was mit ihr passiert, genau so egal wie es ihr ist wie es mir geht, zumindest rede ich mir das inzwischen ein, doch irgendetwas sagt mir nach wie vor, dass es nicht so ist und vielleicht irgendwann der Tag kommt, an dem sie versteht was ihr gerade abgegangen ist…

… doch für den Moment… für den Moment muss ich stark sein, akzeptieren und verstehen, dass es im Moment keinen anderen Weg gibt.

Schade, wirklich, hätte mir mehr erhofft.

Am Ende wird alles gut und, wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, glaube an das Gute im Menschen, muss mich aber immer wieder mit der daraus folgenden Enttäuschung auseinandersetzen.

meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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