Das Schweigen brechen

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Mehr als nur ein Auto

Trennungen sind scheiße. Nach jeder Trennung fühlte ich mich bisher wahnsinnig fehlplatziert, spürte nur Leere im Inneren, musste scheinbar neu lernen zu Leben. Einfache Dinge sind mir dann immer wahnsinnig schwer gefallen und tun es teilweise immer noch. In einer Beziehung verliert man immer etwas Selbstständigkeit, weil man sich auf den anderen verlässt.

Bevor ich mit meiner Ex zusammengezogen bin, machte ich mir einige Gedanken, mir wurde recht schnell klar, dass es unsinnig ist zwei Autos zu haben, schließlich kann ich ohne Probleme mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und für Einkäufe und Familienbesuche wäre ja noch ein Auto übrig. Logisch war es mein Auto wegzugeben, immerhin hatte ich meinen Führerschein deutlich später gemacht, war höher eingestuft und musste höhere Beiträge zahlen, also gab ich mein Auto weg – Fehler. Bereits damals wurde ich in dem Punkt abhängig von ihr, was an und für sich kein Problem war, weil ich ihr Auto jederzeit nutzen konnte, allerdings hat es sich befremdlich angefühlt… es war einfach nicht das gleiche wie im eigenen Auto durch die Gegend zu fahren.

In den Monaten ist mir aufgefallen wie sehr mir ein eigenes Auto fehlt, wie sehr es mir fehlt einfach durch die Gegend zu fahren und den Kopf frei zu kriegen. Wie schon gesagt, ich hätte ihr Auto nehmen können, doch was bringt es mir in ihrem Auto zu sitzen, wenn sie das größte Problem ist. Richtig, gar nichts. Tatsächlich mietete ich mir gegen Ende Autos… halt streich Autos, ich mietete mir Minis – ein Mini ist kein Auto – es ist ein Lebensgefühl und jeder Minifahrer wird mir da recht geben.

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Als die Beziehung in die Brüche ging rief ich meine Mutter an, einfach um in erster Linie nicht allein zu sein und, um ein Auto zur Verfügung zu haben. Alles irgendwie durchdacht. Schließlich stand mein Jahresurlaub an – drei Wochen zu Hause? Gott nein. Ich hätte mir wahrscheinlich etwas angetan, denn immerhin fällt es mir heute noch schwer nach Hause zu kommen. Meine Mutter und ich schauten uns also nach Autos um, es waren einige Gebrauchtwagen, aber keiner hatte dieses gewisse Etwas. Ich erinnerte mich an die schönen Stunden in den verschiedenen Minis, die ich gefahren bin und während ich mit meinen Gedanken abgedriftet bin stand sie plötzlich da:

Meine Kleine. Liebe auf den ersten Blick. Ich musste den Mini einfach haben, ich versuchte mir jedoch nichts anmerken zu lassen und so schauten wir uns noch nach anderen Autos um. Irgendwann meinte meine Mutter dann zu mir, dass ich mich doch schon lange entschieden habe und sie hatte recht. Ich wusste was ich wollte: Den kleinen Mini R50, meine neue Freundin.

Bis der Handel abgeschlossen war, fuhr ich nahezu jeden Abend beim Händler vorbei. Es war noch nicht sicher, ob ich den Mini kriegen würde oder nicht, doch ich habe es mir so gewünscht.

Tatsächlich kann ich mich an nichts in meinem Leben erinnern, dass ich so gern wollte wie dieses Auto – materielle Dinge hatte für mich noch nie einen hohen Stellenwert, allerdings ist dieser Mini inzwischen so viel mehr für mich. Und bei Gott, es war die beste Entscheidung dieses Jahr oder vielleicht sogar in meinem ganzen Leben die Süße zu kaufen – wie schon gesagt: Meine neue Freundin.

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Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, glaube an das Gute im Menschen, muss mich aber immer wieder mit der daraus folgenden Enttäuschung auseinandersetzen.

meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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