Gestochen

G

Das war’s dann also, das ganze Geschiss für nichts. Ich hatte ewig Angst vor den Schmerzen, habe mich immer wieder gedrückt und mir Gedanken gemacht ob oder ob nicht – schmerzt es, schmerzt es nicht… und wies halt immer so ist waren die ganzen Befürchtungen einfach umsonst.

Viele haben gesagt, dass es weh tut wie sau, sie geheult hätten oder sonst was… bis auf eine, eine meinte: „Ach das fühlt sich an, wie wenn man sich etwas fester kratzt.“ – jop, das passt.

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Gekreuzte Schlüssel

Zugegeben, als er die Maschine angeschmissen hat war mir mal kurz anders… nach der ersten Linie habe ich ihn dann angeschaut und meinte: „Das ist alles?“

Hmm… ich weiß echt nicht wie ich es einstufen soll… wahrscheinlich tut es nie weh und es ist wie mit anderen Dingen die überbewertet oder übertrieben dargestellt werden, Dreier zum Beispiel und son scheiß. Egal, lassen wir’s mal so stehen.

Kurzum ist es nun erledigt. Muss wahrscheinlich nochmal nachstechen, aber auch das sollte kein Problem sein.






Die Bedeutung:

Oh die Bedeutung ist ein langes Thema, werde aber trotzdem versuchen mich kurz zu halten:

Ich sah diese Schlüssel als ich damals Woodkid – Iron (nach wie vor mein Lieblingslied) zum ersten Mal hörte:

Das Lied hat damals einfach gepasst…

[..] ich bin kalt bis auf die Knochen, ich bin ein Soldat… ganz allein, kenne den Weg nicht, reite hoch auf den Höhen der Schande… warte auf den Ruf mit der Hand auf der Brust, bin bereit für den Kampf und für das #Schicksal [..]

Passend zum Thema:  Verdrängungstaktik

[..] vom Anbeginn der Zeit bis zum Ende aller Tage werde ich fortlaufen müssen… will den Schmerz spüren und den bitteren Geschmack des Blutes auf meinen Lippen [..]

Sagen wir einfach es war eine düstere Zeit damals… bin viel in virtuelle Welten geflüchtet, um die Realität zu verdrängen. Ich nutze die Schlüssel damals als Wappen auf meinen Segeln bei #ArcheAge – einem Online-Rollenspiel, taufte das Schiff auf den Namen „Hope“ also #Hoffnung und zog so in die Weltmeere meines virtuellen Lebens.

Komischerweise habe ich zu diesem Zeitpunkt jemanden in diesem Spiel kennengelernt, die ich kommende Woche besuchen werde. Sie saß einfach da, schaute mein Schiff an und meinte, dass ihr mein Schiff gefallen würde und wieso es den Namen Hoffnung trägt. Ja, so entstehen Gespräche… und nun vier Jahre später treffen wir uns mal persönlich, doch das ist ein anderes Thema.

Ein gutes Jahr nach Iron, hörte ich dann dieses Lied (ebenfalls Woodkid):

Und wieder war es passend…

[..] Renn Junge renn, diese Welt ist nicht für dich gemacht… [..]
[..] Renn Junge renn, dieses Rennen ist eine Prophezeiung, renn Junge renn, brich aus der Gesellschaft aus… morgen ist ein neuer Tag und du wirst dich nicht mehr #verstecken müssen, du wirst kein Junge mehr sein (sondern ein Mann) doch vorher Renn Junge renn… [..]

Zwischenzeitlich ging es mir sogar so beschissen, dass ich nur noch aus dem Bett gekommen bin, wenn ich morgens diese Lieder hörte, hatte Iron als Weckerton und Run Boy Run für den Weg zum Bus in den Ohren.

Passend zum Thema:  Oh liebster Rockstar... und wie wir wieder Freunde wurden

In dieser Zeit ging wirklich vieles drunter und drüber bei mir, hatte Selbstmordgedanken, die Lust am #Leben verloren und irgendwie hat mir das Zeichen #Kraft gegeben… hab sogar ein T-Shirt mit den Schlüsseln drauf. Naja.

Über die Wochen und Monate in denen es mir so schlecht ging, fing ich an so viel verschiedenes in die Schlüssel reinzuinterpretieren:

Gut, böse / Männlich, Weiblich / Hoffnung, #Zuversicht / Aufge- und Verschlossenheit und weiß der Geier… an die ursprüngliche Bedeutung „Die Schlüssel Petri“ dachte ich dabei jedoch nie.

Hmm…

Ja, diese Schlüssel. Ich erzählte schon so manche Geschichte darüber, doch letztendlich haben sie für mich nur eine Bedeutung, denn sie sollen als Mahnmal dienen, als #Erinnerung an eine beschissene Zeit (die wahrscheinlich bisher beschissenste Zeit meines Lebens) und daran, dass ich nie wieder in so eine Situation komme…

… es hat auch seinen Grund, dass die Schlüssel direkt über einer Narbe von mir sitzen, doch das ist eine andere Geschichte… und wenn ich mal ehrlich bin, wird den wahren Grund und die Bedeutung der Schlüssel für mich sowieso niemand erfahren … es sei denn die Person liest diese Zeilen hier.

Um die Stimmung wieder etwas zu heben, werde ich zum Abschluss noch meinen Mitbewohner zitieren:

Er: „Du und dein Schwuchteltattoo… uh ein #Schlüssel für mein Herz und einer für meinen Keuschheitsgürtel…“

Ich: „Ne für meinen Arsch…“

Er: „Ja oder so…“

Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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