Gimme my time back

G

Es hat vor vielen Jahren angefangen – ziemlich traurig, wenn man mal drüber nachdenkt, aber naja. Es hat sich über die Jahre einfach so entwickelt, ich weiß auch nicht… als ich kleiner war, ca. 5 oder 6 Jahre alt wurde ich mehr oder weniger freiwillig aus meiner gewohnten Umgebung gerissen. Plötzlich war da niemand mehr, nur Mutter und Schwester – sonst niemand, keine Freunde, nichts.

Ja gut, es gab noch den damaligen Freund meiner Schwester, den ich über die Jahre sehr zu schätzen gelernt habe, aber das ist ein anderes Thema. Wieder zurück zur „gewohnten Umgebung“. Es war damals nicht so, dass wir einfach in den nächsten Ort gezogen sind, nein es waren direkt 500km – von Ost nach West eben.

Damals war die Technik noch nicht so ausgereift wie heute. WhatsApp, Facebook und Co. noch nicht erfunden und genaugenommen wäre ich auch viel zu jung dafür gewesen. Was nützt einem die Technik, wenn man ewig keine Antwort kriegt… egal. Freunde weg – Ende. Da gab’s dann nichts mehr, um irgendwie in Kontakt zu treten… hätte auch nichts gebracht schließlich war ich damals geistig noch nicht so weit und ehrlich gesagt habe ich es auch erst viele Jahre später verstanden, also quasi wieso sich das alles so entwickelt hat und wieso ich mich schwer tu‘ freundschaftliche Bindungen mit „echten“ Menschen einzugehen.

„Echt“ deshalb, weil ich viele Freunde habe oder eher Bekannte… online eben. Der Vorteil an Onlinefreunden ist, dass man sie quasi überall mit hinnehmen kann, die sind nicht auf einmal weg und selbst wenn, dann ist es nicht so tragisch wie ein „realer“ Verlust. Das steht alles in Anführungszeichen, weil es eben Auslegungssache ist… will sagen: Ich hab Bekannte und Freunde, mich mit einigen sogar schon getroffen und ja… man ist irgendwie einfach ehrlicher und direkter. Da gibts kein hinterfotziges Getue und irgendwie auch weniger dummes Verhalten… trifft natürlich auch nicht auf alle zu. Hm. Ja es ist eben schwieriger jemandem ins Gesicht zu sagen, dass er eine Pfeife ist wie beispielsweise über das Internet.

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Meine Erfahrung ist einfach die, dass es viele Idioten da draußen gibt, aber auch echt viele gute Leute mit denen man zocken und über Gott und die Welt reden kann.

Kurzum habe ich einfach eine intensivere Bindung zu meinen Online-Leuten als zu denen aus dem echten Leben und das liegt vor allem auch daran, dass die Erwartungshaltung deutlich geringer ist, man dementsprechend auch weniger enttäuscht wird… ergibt das Sinn?

Wahrscheinlich wird’s einfacher zu verstehen, wenn ich kurz beschreibe wieso ich jetzt solche Gedankengänge habe.

Nun, wie komme ich drauf?

Hab‘ gerade mit ein paar Kumpels gezockt, echten wie auch Onlinefreunden und als wir da durch die Gegend geeiert sind, um irgendwelche Missionen abzuschließen, kam folgendes Lied:

[row] [column lg=“4″ md=“12″ sm=“12″ xs=“12″ ] Gimme my time back.
Gimme time back.
[/column] [column lg=“4″ md=“12″ sm=“12″ xs=“12″ ] They lied to me
with flashing lights
skin and tights and
black hole nights…
[/column] [column lg=“4″ md=“12″ sm=“12″ xs=“12″ ] That grown men cry,
that angels die,
that rivers run dry,
that friends lie.
[/column] [/row]

[popovernew title=“Jan Blomqvist – Black Hole Nights“ button_text=“Kompletten Text anzeigen“ trigger=“click“ style=“top“ size=““ type=“btn-default“ ]Gimme my time back. Gimme time back. They lied to me with flashing lights skin and tights and black hole nights… That grown men cry, that angels die, that rivers run dry, that friends lie. Step outside back from wasted days and nights awake and years half-baked. From times I listen, unthinking… Not even waiting for something interesting. They lied to me with flashing lights skin and tights, black hole nights. Gimme my time back. Gimme my time back. Gimme time back. Gimme my time back. Nothing else there… Gimme my mind back. Now all I need is a line back. Gimme my time back. Gimme time back. Nothing else there… They lied to me with flashing lights skin and tights and black hole nights… That grown men cry, that angels die, that rivers run dry, that friends lie. Step outside back from wasted days and nights awake and years half-baked. From times I listen, unthinking… Not even waiting for something interesting. They lied to me with flashing lights skin and tights, black hole nights. Gimme time back. Gimme my time back. Nothing else there… Gimme my mind back. Now all I need is a line back. Gimme my time back. Gimme time back. Nothing else there… Gimme time back. Gimme time back. Gimme time back. Gimme time back. Gimme time back.[/popovernew]

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Hat mir irgendwie zu denken gegeben, hab‘ wieder überlegt/nachgedacht und mir ist aufgefallen, dass ich die Zeit, die ich mit meinen Onlinefreunden verbracht habe bisher nie bereut habe. Es war immer nur die Zeit mit den „echten“ Menschen… Momente, die ich am Liebsten nie erlebt hätte, obwohl es in dem Moment als es passiert ist schön war. Einfach Zeit, die ich gern wieder zurück hätte, nicht etwa weil es im eigentlichen Moment scheiße war, sondern viel mehr alles was danach kam. Dieser ganze Rattenschwanz, den es mit sich gezogen hat… und vor allem der Schmerz und Kummer, den ich dann erleben musste oder viel mehr die Enttäuschung, die ich dann jedes Mal verspürt habe.

Aber das ist halt wieder so ein Ding der Erwartungshaltung… weil ich von mir auf andere schließe und das mache ich dummerweise nur bei denen, die ich aus dem „echten“ Leben kenne… am Ende wird alles gut – jaja. Pff. Muss mich ganz schwer mal wieder selbst dran erinnern.

Ich mein, weiß nicht… wenn ich für jemanden etwas übrig habe, das demjenigen sage und es tatsächlich der Wahrheit entspricht, dann finde ich Mittel und Wege wie ich ihm oder ihr einen Wunsch erfüllen kann… aber ja, dann schafft man es nicht mal sich kurz auf einen Kaffee oder was auch immer zu treffen – was soll ich davon halten? Jah… das dieses ganze „ich hab‘ dich lieb“-Geschwätz total für den Arsch ist… bedeutungslos.

Und dann fragen sich die Leute wieso ich nicht rede… tja… weil Worte einfach bedeutungslos sind… und am Ende bin ich dann wieder das Arschloch, weil ich mich nicht mehr melde oder nicht mehr reagiere oder wie auch immer…

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… oder weil ich irgendwann wieder angeschissen komme in der Hoffnung, dass der- oder diejenige endlich begriffen hat wieso es war wie es war und weshalb ich mich verhalten habe, wie ich mich verhalten habe… aber da sind wir wieder beim Thema, dass ich von mir auf andere schließe und eine zu große Erwartungshaltung anderen gegenüber habe.

Ach fickt euch doch… und das Schöne ist… ich wusste es ja eigentlich besser… aber ney… ich bin und bleib ein hoffnungsloser Idiot. Scheiß drauf.

Gimme my time back…

Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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