Narzissmus, Schwer- und Wankelmütigkeit

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Ich sitze nun schon eine Weile vor dem Rechner und überlege wie ich anfangen soll, schaue auf meine Arme und begutachte die Bräune, welche sie über die letzten Monate erhalten haben. Stehe auf, ziehe mein Shirt über den Kopf und schmeiß‘ es in die Ecke, bleib‘ kurz stehen und entledige mich meiner Hose. Lauf‘ ins Bad, schaue in den Spiegel, drehe meinen Kopf zu beiden Seiten, streiche durch meinen Bart… gehe einen Schritt zur Seite, stelle mich auf die Waage. Schau‘ wieder in den Spiegel und blicke mir selbst in die Augen…  „so scheiße bist du doch gar nicht…“ denke ich mir.

Verlasse das Bad und bewege mich langsam zurück zum Rechner während im Hintergrund Musik läuft:

Alles fühlt sich so surreal an… gerade so, als würde ich träumen. Setze mich wieder vor dem Rechner und beobachte erneut den blinkenden Cursor, warte auf eine Eingebung und schweife wieder mit meinen Gedanken ab… bis ich mich schließlich fange.

Narzissmus – oft gehört, nie wirklich verstanden, bis ich mehr oder weniger beiläufig als Narzisst bezeichnet wurde „übersteigerte Selbstliebe, Ichbezogenheit“… Selbstliebe… eher nicht. Ichbezogenheit… gut möglich, aber mal ehrlich wer ist denn nicht ichbezogen?

ICH (absichtlich groß geschrieben) möchte mich ja weiterentwickeln, an mir arbeiten, besser werden, lernen und verstehen – also habe ich mich mit der Thematik auseinandergesetzt, Artikel gelesen, Tests gemacht und nachgedacht. Irgendwie kamen alle Artikel mehr oder weniger zu dem gleichen Ergebnis, nämlich, dass ein ausgewogener Narzissmus für das eigene Wohlbefinden und den persönlichen Erfolg sehr wichtig ist.

Zu wenig und wir werden schnell in Ecken gedrückt in denen wir uns gar nicht befinden wollen, was wiederum auf das Gemüt und damit verbundene Wohlbefinden schlägt – andersrum wiederum, führt zu viel Selbstliebe zur überschätzen Selbstwahrnehmung was auch ganz massiv in die Hose gehen kann. Kurzum ist die Ausgewogenheit der Schlüssel zum Erfolg… wer hätte das gedacht?

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Sämtliche Tests, die ich auf verschiedenen Plattformen gemacht habe kamen übrigens in etwa auf das selbe Ergebnis: Ausgewogener Narzissmus mit Tendenz ins untere Drittel… ganz offensichtlich wird die Selbstliebe stärker gewertet, als die Ichbezogenheit… weil, wie ich schon gesagt, letztendlich sind wir das doch alle.

Schwermut – habe ich heute seit langem wieder gefühlt und tatsächlich zum ersten Mal so, dass ich mich ganz intensiv mit dem Gefühl befassen konnte. Ich möchte mich nicht schwermütig oder melancholisch fühlen, also anstatt mich dem Gefühl einfach hinzugeben und mich fallen zu lassen, achtete ich auf meine Körpersprache und verstand ebenfalls zum ersten Mal wieso es Schwermut heißt.

Es fühlte sich an, als wäre ich ein mit Helium aufgeblasener Ballon, der mit einem Gewicht am Boden festgemacht wurde. Wollte fliegen, doch ich konnte nicht… Spannung auf der Haut, Druck in den Augen, Herzrasen und hin und wieder versteckte sich ein Tränchen hinter meiner Sonnenbrille.

Ich fragte mich selbst wieso ich jetzt traurig bin, da eigentlich alles gut und der einzige Grund zur Besorgnis meine eigene Dummheit ist und/oder war. Die eigene Dummheit… immer wieder Grund mich selbst runter zu ziehen und als ich mir dessen bewusst wurde, löste sich die Spannung auf der Haut für einen Moment und ich musste an den oben genannten Narzissmus denken. Ich bin ein Idiot, denn Ich habe es verschissen, weil Ich es nicht besser wusste und heute bekommen Ich die Quittung dafür. Konnte kaum erwarten nach Hause zu kommen, um das ganze Wirrwar im Kopf nieder zu schreiben… wie man merkt… doch nicht so leicht wie gedacht.

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Wankelmut – […] Im Gegensatz zu Mut, Wagemut oder Beherztheit ist der Wankelmütige nicht fest entschlossen, sondern schwankt zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten. Grund für ein wankelmütiges Verhalten kann zum Beispiel ein Dilemma sein, bei dem beide Wahlmöglichkeiten zu unerwünschten Resultaten führen oder einen negativen Nebeneffekt haben. […] (Auszug Wikipedia) – Müsste ich mich mit einem Wort beschreiben, würde ich „wankelmütig“ wählen:

I know well what I am fleeing from but not what I am in search of.

und irgendwie weiß ich es doch…

Hach ja… drei Worte… viele Gedanken und doch nur ein Ergebnis?

Ich bin so ein Idiot.

Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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