Über den Autor des Beitrags:

Irgendwie war ich schon immer ein bisschen anders.

Während andere Mädchen ihre Barbie heiraten ließen und Familie spielten, führt meine Barbie einen eigenen Reiterhof. Später dann, als die meisten in meinem Alter den Schwerpunkt ihrer Freizeitgestaltung auf Partys mit Alkoholräuschen verlagerten, war ich damit beschäftigt, Jugendfreizeiten auszuarbeiten und durchzuführen, um Mädchen zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen.

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Ich unterscheide zwischen Menschen, die Musik machen und solchen, die musizieren. Musik machen heißt für mich in diesem Fall, sein Instrument zu beherrschen und auch das jeweilige Musikstück technisch perfekt zu spielen. Allerdings bleibt es beim Musikmachen eben auf dieser technischen Ebene. Es ist keine Leidenschaft dahinter. Beim Musizieren jedoch lebt man das Stück, das man gerade spielt. Man gibt ihm eine Seele. Und das ist dann Musik, die auch die Zuhörer in ihren Emotionen berührt. Man gibt etwas von sich selbst in die Musik.

Das Spannende ist, dass beim musizieren oft weniger auffällt, wenn mal ein Ton nicht getroffen wird oder sonst ein Fehler unterläuft. Denn die Emotion und die Leidenschaft, die durch diese Form der Musik vermittelt werden, machen gewissermaßen taub für solche kleinen Patzer. Man hört das Wesen des Stücks und nicht mehr die Noten als solche.

Trotz langem Überlegen ist mir keine passende Wort-Analogie für das Leben eingefallen. Schade eigentlich, denn hier gibt es genau den gleichen Effekt. Vielleicht könnte man noch am ehesten von leben und lebendig sein sprechen. Es gibt Menschen, die leben ein technisch perfektes Leben. Sie haben den perfekten Job, das perfekte Privatleben, alles ist rein von der Durchführung her sauber und einwandfrei. Aber irgendwie fehlt diesem Leben die Seele, es fühlt sich kalt an, wenn ich als Außenstehender mit solchen Menschen in Kontakt komme. Diese Menschen leben oder um in dem Musikbeispiel zu bleiben, machen Musik.