Woche ohne Worte

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Wenn man bedenkt wie viel Scheiße ich am Tag rede, vorzugsweise eben während dem Spielen, ist es schon etwas hart mal eine Woche lang so gar nichts von sich zu geben. Natürlich konnte ich schreiben und zuhören was die anderen zu sagen hatten, was zugegeben nicht viel war, jedoch ist es doch um einiges leichter wenn man selbst sprechen kann und sich nicht aufs Tippen konzentrieren muss.

Dazu kommt dass man mit der Stimme Sarkasmus und Ironie besser betonen kann, sodass es auch der letzte Mensch versteht. Wie dem auch sei Gründe für meine „sprachlose Woche“ – sind oder waren eine etwas umfangreichere Zahnextraktion oder einfach gesagt „Hab‘ mir Zähne ziehen lassen.“

Doktor Google hat mich im Vorfeld natürlich auf das vorbereitet was mich ggf. erwartet, zudem gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte, Fragen zum Thema und detaillierte Informationen über den Vorgang, Zwischenlösungen und den endgültigen Verlauf der OP usw. ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht meinen eigenen Senf dazugeben würde.


Ja, schlechte Zähne… nach gefühlten 1000 verschiedenen Zahnärzten, verschiedenen Meinungen wieso es so gekommen ist und meinen eigenen Eindrücken möchte ich kurz stichpunktartig zusammenfassen:

  • vererbt
  • schlechte Mundhygiene
  • Mangelerscheinungen
  • keine Ahnung
  • Zungenpiercing

sind jetzt mal 5 Meinungen. Vererbt… hm nun, wenn man die Kerle bei mir in der Familie betrachtet hat jeder irgendwie Zahnprobleme, die Frauen hingegen nicht. Kann jedoch auch mit Faulheit und dem zweiten Punkt zusammenhängen, jedoch ist es so das mein Unterkiefer bzw. die Zähne dort in Ordnung sind, also wieso gerade die oberen wie bei den anderen Jungs? Mangelerscheinungen begründet durch schlechte Ernährung in der Kindheit war auch eine Aussage – kann durchaus ebenfalls zutreffen. Am besten fand ich jedoch die Aussage „Keine Ahnung woran das liegt ist halt so.“. Dann gab es da noch das Zungenpiercing was ggf. etwas zu weit vorne gestochen war. Jedoch hatte ich auch einen Lippenring unten und wie gesagt dort keine Probleme. Wahrscheinlich liegt es irgendwie an allem. Erblich vorbelastet, unzureichende Mundhygiene, das Zungenpiercing mit dem ich immer an den oberen Zähnen gespielt hab und dadurch Risse entstanden sind, was jedoch auch nur dann passieren kann wenn schon irgendwas vorher war. Nichts desto trotz musste etwas getan werden, ergo bin ich schon seit einiger Zeit damit beschäftigt gewesen einige Ärzte durchzuprobieren. Besonders nett war eine Aussage: „Wie viel können sie denn stemmen?“ natürlich im Bezug auf die Finanzen. Hätte man auch anders ausdrücken können zumal es ja so ist, dass es heutzutage quasi für jeden Geldbeutel etwas gibt und unter Umständen auch Zuschüsse beantragt werden können.

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Zwischenzeitlich hatte ich dann Kronen, Zähne wurden wieder aufgebaut – nur damit sie irgendwann wieder kaputt gegangen sind. War irgendwie ein Teufelskreis – kaputt – reparieren – kaputt – reparieren… naja kennt man ja von anderen Sachen.

Nachdem ichs einige Zeit schleifen lassen habe (aus so vielen Gründen die im Moment keine Rolle spielen) wurde ich dann davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht das Spiel weiterzuführen und nunmehr etwas Endgültiges her muss. Ergo raus mit den kaputten Zähnen.


Etwas Angst und Panik hatte ich schon vor dem Ziehen – ist ja meistens so vor dem ersten Mal. Letztendlich habe ich jedoch unter lokaler Betäubung keine Schmerzen gespürt, bin sogar fast eingeschlafen währenddessen da ich die Nacht zuvor nicht geschlafen hatte. Der Vorgang dauerte rund eine Stunde mit Reinigung und Nähen. Abgesehen von lauten Knackgeräuchen und gelegentlichem Ziehen war es jedoch gut erträglich.

Der Schmerz kam dann danach…

Es hat den halben Tag gedauert bis die Betäubung vollständig nachgelassen hat. Nach und nach hat sich dann auch der Schmerz bemerkbar gemacht, konnte diesem aber gut mit ausreichend Kühlung und gelegentlichen Medikamenten kontern… halb so schlimm.

Schmerz war also nicht das hauptsächliche Problem viel mehr der Schlaf und die Ernährung. Ich weiß nicht ob es ggf. an den Nebenwirkungen der Medikamente gelegen hat, aber die erste Woche nach der OP sah in etwa so aus: 1 Stunde schlafen – 2-3 Stunden wach, 1 Stunde schlafen – 2-3 Stunden wach… usw. letztendlich hatte ich dann doch ausreichend Schlaf… irgendwie, dennoch ist es extrem ungewohnt und arbeiten / Ausbildung in der Zeit wäre sowieso nicht möglich gewesen.

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Das zweite Problem: Die Ernährung

Man kommt sich ein Stück weit vor wie ein Rentner ohne Zähne, oder eben ein Baby was sich nur von Brei ernähren kann, ergo hat sich meine Ernährung auch auf genau das beschränkt, nämlich Suppe und Brei… überwiegend Suppe… hm, dabei sollte man eben auch bedenken, dass Nahrung auch so wieder raus kommt wie sie reinkommt (ohne dabei ins Detail gehen zu wollen) – also recht unangenehm das Ganze.


Wochen später

Inzwischen sind einige Wochen vergangen. Bereits in der ersten Woche nach der Extraktion habe ich einen provisorischen Zahnersatz erhalten, konnte mich aber nur schlecht daran gewöhnen. Anhaltender Würgereiz und Probleme mit der Aussprache waren die Folge doch nichts desto trotz gewöhnt man sich an alles und so kann ich bisher sagen, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist. Sicherlich muss man einmal in den sauren Apfel beißen und alles durchmachen, aber so ist es eben wenn man nicht auf sich achtet und im nachhinein alles gerade biegen möchte. Der nächste Schritt sind dann Implantate irgendwann. Wie das dann verläuft werde ich natürlich wieder in ein paar Worte fassen in der Hoffnung anderen die das selbe Problem haben die Angst zu nehmen.


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Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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