Kläffer

K

Ich wurde noch nie so oft mit Hunden konfrontiert wie im letzten Jahr. Bellen hier, bellen da und scheinbar niemand, den es interessiert.

Tatsächlich finde ich es immer schade, wenn man sich einen Hund hält, aber nicht um das Tier kümmert. Wie bereits vor einigen Jahren in diesem Beitrag geschrieben kann man den meisten Hundehaltern direkt ansehen, ob sie mit der Haltung überfordert sind oder eben nicht.

In meinen Bezirken habe ich viele Hunde, manche gut, andere schlecht oder gar nicht erzogen. Ich mein klar wusste ich, dass das wohl auf mich zukommt, schließlich gehört das auch zu meinem Job, doch ich hätte nie gedacht, dass es mich irgendwann so dermaßen nervt.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Hunde, Katzen oder andere Haustiere, doch ich mag Hundehalter nicht… oder sagen wir ich mag die Hundehalter, die sich um ihr Tier kümmern – leider ist das nur selten der Fall.

Daran, dass mich Hunde anbellen, mir hinterher rennen oder mich teilweise sogar zwicken konnte ich mich inzwischen gewöhnen. Allerdings bestätigt die Ausnahme bekanntlich die Regel.

In einem meiner Bezirke gibt es ein Grundstück, um das ich quasi einmal herumfahren muss, an und für sich kein Thema, das Problem an der Sache ist allerdings, dass es dort diesen einen, kleinen Kläffer gibt, der einfach nicht sein Maul halten kann. Nervig.

Mit Bellen hat das ganze nichts mehr zu tun, das Tier kläfft und kläfft und kläfft, springt an das Eingangstor, kratzt an der Tür, rennt mir (so weit es das Grundstück zulässt) hinterher und kläfft ununterbrochen weiter.

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Ich würde tatsächlich fast schon sagen, dass es eine Form des Psychoterrors ist. Mein Gott, geht mir das auf den Sack.

Doch wie es der Zufall so will, hatte ich das Glück, dass ich an einem ruhigen Montag ein Einschreiben für genau dieses Haus hatte. Ich musste also klingeln und auf den Hundehalter warten.

Man muss dazu sagen, dass ich ziemlich schnell auf dem Scanner tippen kann, an und für sich wäre es also kein Problem gewesen den ganzen Vorgang in einer Minute abzuwickeln, doch ich lies mir Zeit, viel Zeit.

Während Frauchen vor mir wartete und ich schön langsam und in Ruhe vor mich hintippte, kläffte der Köter unbehelligt weiter und weiter… und weiter. Ich blickte kurz vom Scanner, mit den Worten: „Das nervt oder?“ auf und widmete mich wieder meiner Arbeit. Frauchen fing an den Hund beruhigen zu wollen, jedoch ohne Erfolg. „Und das habe ich jede Tag…“ sagte ich weiter. „Von da vorne, bis ich einmal die komplette Straße durch bin…“. „Ja ich weiß auch nicht was mit dem los ist.“ antwortete sie mir.

Was mit dem los ist? Die sind den ganzen Tag daheim und niemanden interessiert es was der Hund treibt, das ist mit dem los. Und bevor jetzt jemand denk, dass ich es ja auch normal hätte sagen können: Das hab ich, so ziemlich jedes Mal, wenn ich ein Paket, Einschreiben oder sonst was für die Familie hatte. Höfflich, bestimmt, lustig… ich hab alles probiert, auch dem Tier gegenüber, jedoch hat sich bis zu diesem Tag nie etwas geändert.

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Erst als ich Frauchen neben ihrem Tier warten ließ und mir so lange Zeit gelassen habe, dass es mich selbst genervt hat (und ich bin abgehärtet), schien sie begriffen zu haben wie belastend das Gekläffe ist, denn am nachfolgenden Tag war der Hund weg, bzw. nicht mehr draußen und ich hatte das erste Mal seit Monaten meine Ruhe.

Und was lernen wir daraus? Auch, wenn es mich selbst genervt hat, muss es sie wohl mehr geärgert haben, denn schließlich hat sich erst nach der Aktion etwas geändert. Kurzum: Liebe Hundehalter, auch wenn es euch selbst in erster Linie nicht stört, so nehmt doch bitte Rücksicht auf andere Menschen.

P.s. Ich war selbst 11 Jahre lang Hundehalter, ich weiß also, dass es geht, wenn man nicht vollkommen desinteressiert ist.

Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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