Death Stranding: Keine Enttäuschung

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Walking Simulator, Postbotensimulator, langweilig, unspektakulär… alles Aussagen die ich in diesem Review widerlegen möchte.

Allem vor ran habe ich es geschafft mir keinerlei Spoiler im Vorfeld anzuschauen, klar habe ich einige Nichts-Aussagende-Trailer geschaut, jedoch keine Reviews, Tests oder sonstiges gelesen. Ich habe mich schlichtweg überraschen lassen und ich war nicht enttäuscht.

Death Stranding ist ein schwieriges Spiel, doch nicht vom Gameplay her, denn das ist recht einfach und ja stellenweise langweilig. Das Spiel prüft nicht etwa deinen Spielskill, sondern dein Durchhaltevermögen. Nach ein, zwei Lieferungen war ich bereits genervt, ganz nach dem Motto wars das jetzt?

“Von A nach B laufen, zeug Liefern… als Postbote mach ich das schon den ganzen Tag auf Arbeit, muss ich mir das auch noch in meiner Freizeit antun?” dachte ich mir und ja das muss(te) ich.

Man wird vollkommen planlos in die Welt von Death Stranding geworfen, weiß nicht wo oben und unten ist und was da eigentlich abgeht. Ähnlich wie bei Tarantino-Filmen erhält man nur bruchstückweise Informationen doch gegen Ende ergibt alles einen Sinn und das hat für mich anfangs den Reiz ausgemacht:

Ich wollte verstehen was es mit diesen komischen GD’s auf sich hat, wieso der Typ ein Baby rumschleppt, was passiert ist, dass es soweit gekommen ist, usw. und nach rund 42 Stunden (42 die Antwort auf alles) hatte ich auch die Antwort zu Death Stranding, es wird alles erklärt, aber eben erst am Ende. – Deswegen meinte ich, dass es das Durchhaltevermögen prüft.

Während man von A nach B rennt und nach Antworten sucht, wird einem etwas schnell klar: Allein mag es schwierig sein (spiele auf sehr schwer) doch mit anderen geht es so viel leichter und das ist meiner Meinung nach der Punkt den Death Stranding auszeichnet.

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Nicht etwa die wirre Story, die grandiose Grafik oder das stellenweise langweilige Gameplay, sondern das Miteinander. Ich bin aktuell 33 und spiele seit meinem 8 Lebensjahr und bisher hat es noch kein Spiel geschafft mir so ein gutes Gefühl zu geben wie DS – was auch der Grund ist wieso ich nach wie vor spiele. Sobald man begriffen hat, dass das Spiel nicht darauf zielt allein gespielt zu werden und man anfängt für und mit anderen zu spielen ist es verdammt gut.

Ich bin an viele Orte gereist die für mich beim ersten Durchlauf schwierig waren, habe Gebäude und Schilder platziert, eben um anderen zu helfen und die inzwischen mehr als 200.000 Likes bestätigen, dass ich etwas richtig mache. Wie oft habe ich unterwegs Fracht verloren oder hatte einen Lust mehr sie weiter zu schleppen – Fracht liegt überall rum, auch von anderen Spielern und inzwischen sammel ich sie mit auf, wenn der Zielort auf meiner Tour liegt.

Will sagen ich hab selbst schon Zeug verloren und war überglücklich, wenn mir irgendjemand das Zeug an seinen Bestimmungsort geschleppt hat, sodass ich es nur noch abgeben musste.

In dem Spiel geht es darum Menschen miteinander zu verbinden, einen besseren Ort zum Leben zu schaffen und das schafft das Spiel enorm gut.

DS schafft es ein besseres Verbundenheitsgefühl zu schaffen als manch anderes MMO und das ohne, dass man je einen anderen Spieler sieht. Niemand kann dich beleidigen oder trollen, keiner sieht deine Fehler, aber macht bestimmt die gleichen.

Man kann direkte Verbindungen, sogenannte Bridge-Links mit anderen Spielern knüpfen, sodass man ihre Gebäude öfter in der Spielwelt sieht als die anderer und tatsächlich freue ich mich die Gebäude von XYZ zu sehen, weil ich weiß, dass er oder sie in etwa den gleichen Spielstil hat wie ich.

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Worauf ich hinaus möchte ist, dass es bei dem Spiel nicht um die wirre (und gute Story) geht, sondern um das Miteinander und, wenn man das begriffen hat ist es ein unglaublich schönes Spiel und das nicht nur optisch.

Ich habe in letzter Zeit gelesen, dass das Spiel nicht für jeden ist, mag sein vielleicht aber auch nicht.

Allerdings kann ich es jedem empfehlen, gebt dem Spiel eine Chance, probiert es aus, wartet meinetwegen bis zum nächsten Sale, aber wertet es nicht gleich negativ ohne es selbst probiert zu haben.

Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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