War mal leichter

Früher ist es mir wesentlich leichter gefallen ewig lange Texte zu schreiben und meinen Gedanken hier auf dem Blog Ausdruck zu verleihen, inzwischen sieht das anders aus. Mir fällt es tatsächlich zunehmend schwerer etwas zu schreiben, was man anhand der immer größer werdenden Abstände zwischen den Blogbeiträgen erkennt.

Während meiner letzten Deutschlandtour, durfte ich mir mehrmals anhören, dass ich doch öfter schreiben soll. Würde ich gerne, nur das Problem ist einfach, dass der Blog das Medium war, um alles unausgesprochene aus dem Kopf zu kriegen. Ich denke nie darüber nach was ich hier eigentlich schreibe oder wer es lesen könnte – trotzdem hat sich über die vergangenen Jahre eine kleine Fangemeinde aufgebaut. Irgendwo tut es mir ja auch leid, dass ich hier nichts mehr zu Stande bekomme, auf der anderen Seite ist es jedoch ganz gut so.

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Weniger schreiben, mehr reden

In meiner Jugend und bevor ich nach Bayern gezogen bin, habe ich immer viel in mich reingefressen, mich verschlossen und irgendwie erwartet, dass mich vielleicht irgendjemand versteht. Doch wie soll mich jemand verstehen, wenn ich meinen Gedanken keinen Ausdruck verleihe – nicht richtig kommuniziere?

Wenn man über etwas nachgrübelt, wird man nie zu einem ordentlichen Ergebnis kommen – versteht mich nicht falsch: Selbstreflektion ist wichtig, allerdings hat es auch noch nie jemanden weitergebracht Gedankenkarussell zu fahren. Es bring einfach nichts Dinge mit sich selbst ausmachen zu wollen.

Früher oder später kommt man immer wieder zum selben Schluss. Wie soll es auch anders gehen, wenn man niemanden involviert? Wisst ihr was ich meine?

Zurück in die Vergangenheit

Mit den meisten meiner richtigen Freunde habe ich nur sporadisch Kontakt. Zu einer Freundin hatte ich beispielsweise fast ein Jahrzehnt keinen wirklichen Kontakt mehr, und als wir uns vergangene Woche trafen, ging es einfach da weiter, wo wir das letzte Mal aufhörten.

Es war interessant, denn zwangsläufig kommen irgendwann Themen aus der Vergangenheit zur Sprache. Man erinnert sich an die “guten”, alten Zeiten und sieht alles etwas anders. Jah. Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Mitte, Anfang 20 hatte ich schon wilde Zeiten – nach außen hat es immer so gewirkt, als ob ich jedes Wochenende eine andere gehabt hätte – dem war aber nicht so. Aus meiner Sicht war ich einfach viel zu schüchtern und uninteressant. Hatte viel zu viel Angst vor Ablehnung ohne wirklich zu merken wie vielen Mädels ich wohl den Kopf verdrehte. Hm.

Passend zum Thema:  Gestochen

“Deine Masche hat gezogen…” meinte eine Freundin und ich wusste nicht was sie damit sagen wollte. Welche Masche? Damals hatte ich eine Trennung hinter mir, wollte eigentlich gar nichts mehr von Weibern wissen und einfach meine Ruhe. Nach Außen hat das allerdings so gewirkt, als sei ich unantastbar, unerreichbar und für niemanden zu haben. Ich wollte schon, doch ich hatte Angst vor dem was danach kommt. Kummer, Schmerz… ich wollte das einfach nicht und hielt daher alle auf Abstand.

Ich hatte Angst und war so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich gar nicht realisierte was um mich herum passierte. Deine Masche hat gezogen…” – denn Frauen wollen immer das, was sie nicht haben können. So ein Schwachsinn. Rückwirkend betrachtet ergibt es jedoch Sinn.

Das Mädel mit dem ich am Längsten zusammen war, hab ich am Anfang nicht mal mit dem Arsch angeschaut – zwar hat sie mir gefallen, aber ich wusste, dass ein Kumpel auf sie steht, weshalb ich ihr die kalte Schulter zeigte. Erst nachdem besagter Kumpel meinte, dass er es aufgibt – kam ich zum Stich.

Wahnsinn.

Willst du gelten, mach dich selten

Ich hatte damals so einen Spruch: “Ein Schwanz hat keine Augen und eine Fotze kein Gesicht…” was eher so eine Ausrede war, um meine Ausrutscher zu rechtfertigen, bei denen sich jede an den Kopf gefasst hat (einschließlich mir…) oh man. Den Satz hätte ich tatsächlich komplett vergessen, wenn mich meine Freundin nicht daran erinnert hätte. Scheinbar hat ihr der Spruch sehr geholfen, allerdings hakte ich auch nicht weiter nach.

“Willst du gelten, mach dich selten…” das ist ein Spruch aus der Zeit, an den ich mich sehr gut erinnere. Scheiße Eric… es hat funktioniert. Über die Methode konnte ich ganz klar erkennen, wer wirklich etwas für mich übrig hat und wer nicht.

Ich bin ein hoffnungsloser Romantiker… ich glaube nach wie vor an die große Liebe und das alles aus einem gewissen Grund geschieht… gerade wird mir auch klar, wieso ich auf dominante Frauen stehe…

Ich fands tatsächlich immer geil, wenn ich abgeschleppt wurde. Mit einer davon war ich dann auch noch ein paar Wochen zusammen. Ich, ich… keine Ahnung, bin so unsicher und kritisch mir gegenüber, dass ich manchmal denke, dass ich es gar nicht verdient habe glücklich zu sein. Bestrafe mich quasi selbst…

Passend zum Thema:  Ich hatte da was im Kopf... und wer ist eigentlich die Blonde?

Kleines Kind und Shakespeare

Eine langjährige Freundin sagte mir vor Jahren, dass ich eine Mischung aus kleinem Kind und Shakespeare wäre. Ich bin in der Lage jemandem unglaublich schöne Komplimente zu machen oder meine Gefühle zu offenbaren, behindere mich dann aber selbst und reiß das was ich aufgebaut habe mit einem kindischen Spruch wieder ein.

Sie brachte ein Beispiel, dass ich nur noch sinngemäß zusammen bekomme. Es ging irgendwie darum, dass ich einem Mädel ein gutes Gefühl vermitteln kann, ihr ein schönes Kompliment mache oder meine Gefühle offeriere und meine Ausführung dann mit “… ach übrigens geiler Arsch…” beende.

Gerade musste ich lachen, weil ich inzwischen verstehe wieso ich das mache – aus Angst… Angst davor abgelehnt zu werden. In jedem Witz steckt etwas Ernst und genau so verhält es sich da auch. Es ist Selbstschutz, nichts anderes.

Andere Wege

Um etwas zu kriegen was man nicht hat, muss man etwas tun was man noch nie tat. Ich gelobe Besserung, schließlich möchte ich mich weiterentwickeln, was auch ein Grund war, wieso ich nach Bayern gezogen bin.

Das Herz liegt den Menschen hier auf der Zunge, mir nimmt es auch niemand übel, wenn ich offen und direkt über etwas spreche und in der Regel erhalte ich auch gleich eine Reaktion darauf, was das Leben einfach so viel leichter macht.

Kommunikation, offen sprechen – den Gedanken freien Lauf lassen. Es ist so viel besser, als alles einfach nur niederzuschreiben.

Und auch der Grund wieso ich immer weniger blogge…

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Von Eric

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