Ich erinnere mich noch an letztes Jahr, als einer meiner muslimischen Bekannten in den Ramadan gegangen ist. Natürlich hatte ich das Thema schon früher gehört – in den Nachrichten, im Umfeld, immer mal wieder am Rande. Aber so richtig erklären lassen habe ich es mir erst von ihm.
Ganz grob gesagt: rund 30 Tage Fasten. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang kein Essen, kein Trinken, kein Rauchen, kein Sex. Abends darf man dann wieder normal essen. Sehr vereinfacht soll das Ganze helfen, sich zu besinnen und daran erinnert zu werden, dass es Menschen gibt, denen es nicht so gut geht.
Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits mein erstes 100-Stunden-Fasten hinter mir. Und ehrlich gesagt habe ich das Ganze innerlich etwas belächelt. Ich meinte zu ihm, das sei doch eher Kindergarten – im Grunde nichts anderes als Intervallfasten. So schwer könne das ja nicht sein.
Heute rauche ich ohnehin nicht mehr. Sex fällt durch die Fernbeziehung weg. Tagsüber auf Essen zu verzichten bekomme ich hin. Am ehesten wird wohl das Trinken – vor allem Kaffee – interessant. Trotzdem habe ich ihm damals gesagt: Beim nächsten Mal mache ich mit.
Nicht aus religiöser Überzeugung. Nicht, um Solidarität zu zeigen. Sondern, wenn ich ehrlich bin, um einen Punkt zu machen. Um zu zeigen, dass das nicht so schwer sein kann.
Ich habe das auch meiner Verlobten erzählt. Sie ist katholisch und fand die Idee gut. Meinte, das würde mir wahrscheinlich sogar guttun und ich solle es einfach durchziehen.
Morgen geht es los. Heute ist der letzte Tag mit normalem Essen und Trinken. Dann ein Monat konsequentes Fasten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.
Interessanterweise fällt das Ende genau in eine Phase, die bei mir ohnehin besonders wird: Am 19.03. erscheint Death Stranding 2 für den PC, und am 21.03. kommt meine Verlobte zurück. Für mich gibt es also kein Zuckerfest – eher ein Schokoladenfest.
Mal sehen, was das mit mir macht. Körperlich. Aber vor allem geistig. Ich bin gespannt.
schrieb am 18.02.2026:
@eric Sorry, beliebte Fehlinformation (nicht deine, man liest es allenthalben): Der Fastentag beginnt nicht mit dem Sonnenaufgang, sondern weit früher, beim allerersten Anzeichen von Helligkeit am östlichen Horizont (die Beschreibung lautet: wenn man einen weißen Faden von einem schwarzen unterscheiden kann).
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