So zerbrechlich

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Vor Jahren durfte ich mir einmal anhören, dass ich aufhören soll immer eine Show abzuziehen, weil Menschen hinter diese Maske schauen können, verstehen was sich dahinter versteckt und man sich dadurch auf einer gewissen Ebene nur selbst lächerlich macht.

Heute weiß ich, dass diese Aussage nicht oder nur teilweise zutreffend ist. Es ist eben nicht so, dass verstanden wird wieso, weshalb, warum – sondern nur das gesehen wird, was man gerne sehen möchte. Kaum einer gibt sich wirklich noch die Mühe in den anderen hineinzuschauen, das große Ganze zu sehen. Wieso auch?

„Wegwerfgesellschaft“ fällt mir dazu immer nur ein. Schließlich ist es ja einfacher etwas wegzuwerfen und neu anzuschaffen, statt sich Mühe zu geben und es zu reparieren… oder zumindest bis zu einem gewissen Wert. Sicher wird kaum einer ein Auto wegwerfen und sich ein neues kaufen, nur weil der Rückspiegel kaputt ist. Hat das Ding jedoch einen Totalschaden, so ist es durchaus angebracht gleich ein komplett neues Fahrzeug anzuschaffen… hmm, komisch, während ich das Beispiel mit dem Totalschaden niederschreibe fällt mir ein weiteres Beispiel dazu ein, welches mich ein Stück weit zu Tränen rührt.

Vor einigen Wochen hatte meine Schwester einen Autounfall, ihr Auto Totalschaden, weil ihr irgend so ein Depp reingebrettert ist. Während ihrerseits schon Überlegungen angestellt wurden ein neues Auto anzuschaffen, stand es für meinen Schwager außer Frage das Auto zu reparieren – trotz Totalschaden. Ich sehe das so, dass das Fahrzeug einen viel zu großen persönlichen Wert hatte, um es einfach aufzugeben, lieber hat er Stunden der Arbeit investiert um es wieder fahrtaugliche zu machen, als das was für ihn und meine Schwester einen Wert hatte einfach wegzuwerfen. Die letzten tauglichen Teile auszuschlachten, um damit ggf. noch Profit zu machen. Und heute, Wochen später… wo es quasi wie neu dasteht, hat es wahrscheinlich einen noch größeren persönlichen Wert als zuvor.

Passend zum Thema:  Der Abschiedsbrief

Es gibt sie also doch noch… Menschen die nicht nur vom Egoismus getrieben werden.

zerbrechlichIrgendwann, und daran glaube ich zum Glück noch ganz fest, wird auch für mich dieser Mensch kommen, der versteht wieso, weshalb, warum… eben das große Ganze sieht, mit meiner Sensibilität umgehen kann und mich nicht beim kleinsten Furz aufgibt… ich sollte mir jedoch angewöhnen, das nicht von jeder, die ich kennenlerne zu erwarten.

Und spätestens dann werden meine Depressionen hoffentlich Geschichte sein und sich die Krankheit in Luft auflösen, aber wer ist denn nun wirklich krank? Ich, der sich und seinen Erwartungen so gut es geht immer treu geblieben ist oder all diejenigen, die sich aufgeben und dem Egoismus verfallen sind und sich fortan nur noch mit den Ellenbogen nach vorne bewegen?


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Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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