Die Sonntagsfrau – Teil 2

D

Am nächsten Morgen wachten wir zusammen auf, unsere verschwitzten Körper klebten aneinander, was zugegeben unangenehm war, da wir zwar miteinander schliefen, aber eben nicht miteinander schliefen. Sie drehte sich zu mir, lächelte mich an, gab mir einen Kuss, sprang aus dem Bett und verschwand im Bad. Während sie sich für die Arbeit richtete, träumte ich noch ein wenig vor mich hin. Wenig später stand ich ebenfalls auf, nahm meine Klamotten und zog mich an. Als ich gerade auf den Balkon gehen wollte, um eine zu rauchen war sie inzwischen fertig und kam aus dem Bad, ich schaute sie an: „Kann ich dir noch irgendwie was gutes tun?“ – ich wollte testen, bzw. die Bestätigung für meine Gedankengänge: „Ein Quicky wäre nicht schlecht…“ entgegnete sie mir. Ich lachte: „Steh‘ nicht so auf Quickys, dachte eher an eine Zigarette oder so…“ – war natürlich gelogen, denn im Endeffekt spricht absolut gar nichts gegen eine Nummer am frühen Morgen. Doch irgendetwas war bei ihr anders, nicht, dass ich kein Interesse gehabt hätte sie zu knallen… aber bei dem Gedanken daran mit ihr Sex zu haben rührte sich einfach gar nichts.

Im Gegensatz zu meinem ersten ONS oder der Geschichte mit K war da eben nichts, ich war weder betrunken noch hatte ich Wut auf das Mädel was da vor mir stand. Ich konnte spüren wie enttäuscht sie war. Was sollte ich machen? Kopf sagt ja, Herz sagt nein… und der Kopf wird einen bekanntlich nie glücklich machen.

Sie hätte ein Strich mehr sein können auf der Abschlussliste… doch für was? Um zu prahlen? Nein, danke.

Passend zum Thema:  P

Wir gingen zum Auto und sie fuhr mich bis vor die Haustür, nun wusste sie also wo ich wohnte, doch das war mir inzwischen egal. Ich bin davon ausgegangen sie nie wieder zu sehen, allerdings lehnte sie sich bevor ich ausstieg zu mir rüber, gab mir einen Abschiedskuss und wollte wissen, ob ich vielleicht Mittwochnachmittag vorbeikommen möchte, sie würde mich auch wieder abholen.

Heute weiß ich nicht mal mehr wieso ich zugesagte, vielleicht dachte ich, dass ich es in zwei Tagen schaffen würde meinen Kopf soweit frei zu kriegen, um dann doch mit ihr Sex zu haben, doch wahrscheinlich wollte ich einfach nicht allein sein, denn immerhin war es eine gute Ablenkung… zumindest für ein paar Stunden. Sie wusste natürlich nicht, dass ich andernfalls einfach nur vor dem Rechner sitzen und mich betrinken würde… einfach um zu vergessen.

Zwei Tage vergingen und besagter Mittwochnachmittag rückte näher. Sie sammelte mich diesmal direkt vor der Haustür ein, fuhren wieder zu ihr, lagen wieder im Bett… und es passierte wieder nichts. Einige Stunden später brachte sie mich auf Arbeit und ich gab ihr etwas Spritgeld. Während der Fahrt unterhielten wir uns kaum, ganz offensichtlich hatte sie erwartet, dass diesmal mehr gehen würde, allerdings war ich einfach nicht in der Lage dazu. Ich wollte ihr nicht das Gefühl geben, dass es an ihr liegen würde, sie nicht attraktiv genug wäre oder sonst was, also suchte ich nach einer Ausrede und sie gab mir die passende Vorlage indem sie mir erzählte, dass ihr Exfreund gebürtig aus der gleichen Stadt wie ich kommen würde und, dass die Ossis ihrer Meinung nach gut im Bett seien.

Passend zum Thema:  S C H L A M P E N !

„Dein Ex kommt auch aus Chemnitz?“ Ich kannte nur einen aus der näheren Umgebung, der ebenfalls aus Chemnitz kam, also schoss ich einfach mal ins Blaue… „Dein Ex ist aber nicht J.?“ „Doch genau der, kennst ihn?“ selbstverständlich kannte ich ihn, immerhin war ich zu der Zeit bekannt wie ein bunter Hund und hatte quasi mit jedem Kontakt… und auch wenn ich ihn nur flüchtig kannte, kurz zuvor mal auf einen Kaffee bei ihm war, so stellte ich das Ganze hin als wären wir gute Freunde und, dass man nicht mit der Ex eines Kumpels schläft.

Sie wollte mit mir noch darüber diskutieren, doch an meiner Moral hat sich bis heute nichts geändert… jede, aber nicht die Ex eines Bekannten… gibt so viele andere… auch, wenn das in ihrem Fall nicht der Hauptgrund war.

Wir hatten lange Zeit danach keinen Kontakt mehr, ich bin sowieso nicht der Mensch der sich meldet und sie war wahrscheinlich zu enttäuscht, um es weiter zu probieren.

Rund ein halbes Jahr später sollte ich sie noch einmal treffen. Damals ist sie zu mir an die Theke gekommen und hat mir ihren neuen Freund vorgestellt, auch wenn ich nicht wusste wieso. Vielleicht wollte sie mich eifersüchtig machen oder mir einfach nur zeigen, dass es ihr auch ohne mich gut geht… keine Ahnung, ist mir eigentlich auch egal.

Ich bereue nicht, dass wir keinen Sex hatten… im Gegenteil, es hat mir einfach verdeutlicht, dass ich eben bin wie ich bin… eben nicht so schwanzgesteuert wie alle sagen.

Passend zum Thema:  Dann kam K - Teil 2

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Über den Autor

Eric

Mitte, Anfang 30 oder sowas, Energyjunkie und leidenschaftlicher Gamer. meska.me ist meine persönliche Blog-Mischmasch-Alles-Seite auf der ich hin und wieder Gedanken und Eindrücke rund um Themen die mich eben derzeit beschäftigen veröffentliche.

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