Aura oder “Wo is’n die vom Bäcker?”

Nahezu jedes Mal, wenn ich im Kaufland einkaufen gehe und an der Kasse stehe, wandert mein Blick zum gegenüberliegenden Bäcker. Es gab eine Zeit, da arbeitete dort eine Verkäuferin, die mir irgendwie gefallen hat. Ein leichtes „Kribbeln“, wie ich es nenne – schwer zu beschreiben, aber unverkennbar. Sie hatte eine gute Figur, erinnerte mich an eine frühere Onlinebekanntschaft, mit der ich mal etwas hatte. Ihr Blick war streng, aber gleichzeitig hatte sie eine positive Ausstrahlung. Genau diese Mischung hat mich fasziniert.

Ich glaube, das ist genau der Typ Frau, auf den ich stehe: natürlich und authentisch, kein künstliches Püppchen. Sie darf ein dominantes Auftreten haben, aber innerlich auch verletzlich und zerbrechlich sein. Was soll ich mit einer Barbie-Puppe? Erstens bin ich selbst kein Model, und zweitens, wenn ich ein Püppchen will, bestelle ich eins online. Es geht mir um etwas Tieferes – um das, was viele Aura nennen. Ein Kumpel macht sich darüber lustig und sagt immer: „Du und deine Ausstrahlung…“ Vielleicht kann er es nicht wahrnehmen oder legt keinen Wert darauf. Für mich ist es wichtig.

Denn ein Lächeln allein reicht nicht. Lächeln kann jeder, auch wenn es innen ganz anders aussieht. Ausstrahlung ist mehr. Ein Blick, eine Haltung, etwas, das nicht gespielt werden kann. Ich erinnere mich an eine frühere Beziehung: Sie hat mich oft böse angeschaut – aber es war kein wirkliches „Böse“. Es war, als würde sie mich mit ihren Blicken verachten und gleichzeitig von innen heraus anlachen. Ein Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt, aber ich habe es gespürt. Und wir waren lange zusammen, also bilde ich mir das nicht ein.

Jemand hat mir mal gesagt, dass nicht jeder solche „Antennen“ hat. Vielleicht stimmt das. Für mich ist es normal. Vielleicht wissen viele Menschen selbst nicht, was sie ausstrahlen. Egal – für mich ist es ein entscheidender Punkt. Ohne diese Aura fehlt etwas.

Und genau das hatte diese Bäckerverkäuferin. Unsere Blicke haben sich mehr als einmal getroffen. Vielleicht wäre mehr daraus geworden, wenn ich den Mut gehabt hätte, sie anzusprechen. Kein Mut, keine Chance. Und jetzt habe ich sie seit einer Weile nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich arbeitet sie nicht mehr dort. Schade eigentlich.

Wieder eine verpasste Gelegenheit: IDIOT.

youtube placeholder image

Entdecke mehr von Meskas Blog

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

vorheriger Beitrag

nächster Beitrag

Gedanken dalassen

Deine E-Mail bleibt privat. Lieber nicht öffentlich? Schreib mir anonym.

oder unten mit Name und E-Mail kommentieren

Falls du auf diesen Beitrag mit einem Artikel auf deiner eigenen Webseite geantwortet hast, kannst du hier die URL deines Beitrags eingeben. Dabei sollte es sich um die Permalink-URL handeln. Deine Antwort wird dann (möglicherweise nach der Moderation) auf dieser Seite angezeigt. Falls du deine Antwort aktualisieren oder entfernen möchtest, aktualisiere oder lösche deinen Beitrag auf deiner eigenen Webseite und gib die URL des Beitrags erneut ein. (Erfahre mehr über Webmentions.)

Impressum & Datenschutz