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Im Moment brauche ich einfach wahnsinnig viel Ablenkung. Es ist jetzt nicht unbedingt so, dass ich die nicht hätte, aber neben dem R53 Projekt, bleibt doch noch etwas Zeit vor dem Schlafengehen, also entschloss ich mich mal wieder in die Google Zukunftswerkstatt zu schauen.

Dort werden zahlreiche kostenlose und teils kostenpflichtige Kurse angeboten, die einem in der Entwicklung helfen sollen. Die Entwicklung bezieht sich aber nicht nur auf digitale Medien, sondern auch auf einen selbst.

Während ich so herumstöberte, ist mir der Kurs: “Selbstbewusst über Erfolge sprechen” aufgefallen. Zusammengefasst geht es darum, dass wir oft Probleme haben, uns selbst richtig einzuschätzen und teilweise versteckte Talente in uns schlummern. Des Weiteren geht es darum, besagte Talente ausfindig zu machen, offen darüber zu sprechen und sich auch selbst einzugestehen.

Es geht dabei nicht um Angeberei nach dem Motto: “Schau mal wie toll ich bin …”, sondern ganz sachlich darum wie einem das Ganze im Geschäftsleben weiterbringt.

Unsicherheit

Nun habe ich beim letzten Mini-Treffen gemerkt, wie verunsichert ich teilweise war. Ich wollte es irgendwie jedem Recht machen und bin daher auch auf Punkte eingegangen, die mir eigentlich am Arsch vorbeigehen könnten.

Es ist ein Problem, dass ich schon seit meiner Kindheit habe. Ich weiß auch nicht, ich denke immer, ich bin es nicht wert, gehört zu werden und möchte es deswegen alle anderen recht machen. Ähnlich hat sich das bei der letzten Abteilungssprecher-Konferenz verhalten. Ich habe mich selbst schlechter gemacht, als ich bin. Bin direkt in eine defensive Haltung gegangen und machte mich dadurch kleiner, als ich eigentlich sein könnte.

Meine Chefs haben mir das gleich mal wieder ausgeredet, so nach dem Motto, dass ich ein vollwertiges Teammitglied bin und meine Meinung genau so viel zählt wie die aller anderen.

Ich bin mir an dem Tag wirklich noch mal bewusst darüber geworden, wie ich mich selbst immer in den Schatten stelle, was irgendwie komisch ist, da mir Außenstehende so viel mehr zutrauen.

Andere fragen

Nun ging es bei dem Kurs darum, seine Fähigkeiten und Qualitäten aufzuschreiben und das ist etwas, was den meisten Leuten schwerfällt, weil sie aus der Kindheit heraus so erzogen wurden, nicht anzugeben. Aber angeben und Selbstbewusstsein sind genau genommen zweierlei. Man kann auch selbstbewusst auftreten, ohne anzugeben und das ist Sinn und Zweck des Ganzen.

Da es schwierig ist, sich selbst einzuschätzen, wurde angeraten, einfach mal 10 Leute zu fragen. Freunde, Bekannte, Verwandte, Arbeitskollegen usw. – oh man. Einfach aus dem Nichts sollte man nach einer Einschätzung von anderen fragen. Wow. Keine Kritik oder so einfach nur Stärken, die die anderen an einem schätzen.

Das tat ich und ich erhielt Antworten. Viele haben mich sogar überrascht. Ich musste teilweise grinsen, weil fast alle gleiche oder ähnliche Punkte nannten.

Eigeneinschätzung

Wenn ich mich selbst betrachte, sehe ich keine Stärken und das ist ein Problem, das es zu lösen gilt. In erster Linie kommen negative Dinge hoch. Melancholie usw.

Und die Dinge, die von anderen geschätzt werden, sehe ich als selbstverständlich an, doch offensichtlich sind sie das nicht.

Wie würde ich mich selbst beschreiben? Hm. Ich weiß es nicht. Wie sehe ich mich selbst? Uff.

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Na ja gut, ich kenn mich mit Websites und Social Media aus. Kann ganz gut schreiben, glaube ich. Gut Fotos machen … keine Ahnung. Es ist schwer.

Meinung der Anderen

Die erste Antwort zu lesen war eigenartig, irgendwie ungewohnt, aber dann kamen immer mehr Nachrichten und Voicemails und vieles überschnitt sich oder war komplett vom anderen Ufer. Es sind viele Dinge, deren ich mir unterbewusst bewusst war, mich aber nie getraut hätte, sie auszusprechen:

ZielstrebigHartnäckigEhrgeizig
KonsequentFürsorglichZuverlässig
KindskopfGuter ZuhörerHilfsbereit
MutigBeharrlichOrganisationstalent
Aufgaben verteilen / delegierenBringst dich überall mit einZu Fehlern / Taten stehen
ReflektierendGut schreibenIm Internet fit
StandhaftStarkLösungsorientiert
AusdauerndAmbitioniertLustig
ErnstEhrlichGute Ratschläge
Gute GesellschaftUnterhaltsamTechnisch begabt
AnalytischFreundlichMeistens gut gelaunt
Gekürzte Stichwortliste

Keine Rechtfertigung

Ich möchte mich für die Aussagen meiner Freunde, Bekannten, Verwandten und Kollegen nicht rechtfertigen, sondern es einfach mal so stehen lassen.

Was jedoch fast alle vollkommen unabhängig voneinander sagen, ist tatsächlich meine größte Stärke:

Nennt es Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit oder auch Mut, aber fast jeder ist der Überzeugung, dass, wenn ich mir einmal was in den Kopf gesetzt habe, dann bleib ich so lange dran, bis ich es habe. Und das stimmt.

Wenn ich etwas wirklich will und von etwas wirklich überzeug bin, dann schnapp ich mir das und dann mach ich das. Und dabei ist es vollkommen egal, wie oft ich auf die Schnauze falle, wie viele Fehler ich auf dem Weg dahin mach’ oder was mir alles im Weg steht.

Wenn ich weiß WAS will, dann krieg ich das … egal wie steinig der Weg dahin auch sein mag. Egal wie viel Kraft und Energie es kostet, egal viele Rückschläge ich einstecken muss. Wenn ich mir einmal was in den Kopf gesetzt habe, dann bleibt es da und es wird jede Möglichkeit ausgeschöpft, das zu kriegen.

Das beste Beispiel dafür ist der neue MINI. Der erste Gedanke ist immer der Richtige. Als ich meine R50 schon etwas aufgemotzt hatte, wusste ich, dass mein Nächster ein R53 wird. Zwischenzeitlich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, mir einen R52 (Cabrio) zuzulegen, aber klar war, dass es wieder 1. Gen New Mini wird und dass das Ding einen Kompressor haben muss.

Klar dachte ich, dass ich noch etwas Zeit hätte, aber es kommt immer anders, als man denkt und dann muss man sich eben anpassen, um seine Ziele zu erreichen. Ich musste beim Kauf bereits, dass es schwierig wird, ich noch Zeit, Geld, Kraft und Liebe da reinstecken muss, aber ich wusste auch, dass es sich am Ende lohnen wird.

Der MINI ist nur ein Sinnbild dafür, was gerade privat bei mir abgeht, denn da weiß ich auch, was ich will und ich wusste auch von Anfang an, dass es nicht leicht wird und ich mich wieder in Scheiße reite und da wieder Kraft, Zeit und Energie reinstecken muss, aber ich weiß auch, dass es sich am Ende lohnen wird.

Diese Überzeugung hatte ich bisher noch nie bei einem anderen Menschen, weshalb ich immer viel zu schnell aufgegeben habe. Diesmal nicht, diesmal gebe ich nicht auf, diesmal renne ich nicht davon, diesmal stelle ich mich dem Ganzen und das bis zum bitteren Ende.

So wie ich das bisher immer getan habe, wenn mir etwas wichtig war.