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Woran erkennt man einen Vegetarier oder Veganer? Er erzählt es dir! – Alter Spruch, der größtenteils auch zutreffend ist. Ich gehöre nicht zu dieser Rubrik, viel mehr bewahre ich (abgesehen von dem Beitrag hier) eher stillschweigen darüber.

Es ist jetzt tatsächlich nicht so, dass ich einer dieser Hardcore-Veganazis bin, der sich fortlaufend moralisch überlegen fühlen möchte, weil ich weiß, dass ich super bin. Wenn ich bock auf eine Wurst habe, dann esse ich eine Wurst, allerdings schaue ich schon bewusster danach, was ich zu mir nehme und ob es vegane Alternativen gibt.

Der Schritt war jetzt tatsächlich gar nicht so schwer, weil zwei der drei letzten “Beziehungen” vegan waren und ich so über die letzten Jahre sowieso schon damit konfrontiert wurde.

Wobei … halt, das hat schon viel eher angefangen. Lara, meine langjährige Partnerin, hat sich auch überwiegend fleischlos ernährt und in ihrer Familie war es auch nicht üblich, jeden Tag Fleisch zu essen. Hm.

Zusammengefasst

Also halten wir fest, dass es schon vor gut 10 Jahren angefangen hat. So weit ich mich zurückerinnern kann, ist es mir auch schon immer schwer gefallen, Milch zu trinken oder Eier zu essen. An und für sich ist es in Ordnung, so lange ich nicht drüber nachdenke, was ich gerade zu mir nehme. Es kam schon öfter vor, dass ich beispielsweise ein Ei aß und es dann wieder ausspuckte, weil mir klar geworden ist, dass ich da gerade … na ja eben Eier esse. Bei Milch war ich auch schon immer überempfindlich, kaum war das Tetrapack einen Tag offen oder zwei traute ich mich nicht mehr das Zeug zu saufen, weil ich anhand des Geruchs oft nicht feststellen konnte, ob die jetzt noch gut ist oder nicht. Klingt komisch, ich weiß – aber jeder hat so seine Macken.

Sojamilch hat einen relativ starken Eigengeschmack und war lange Zeit die so ziemlich einzige Alternative. Inzwischen ist es jedoch besser geworden, es gibt zunehmend mehr und mehr Ersatzprodukte. Hafermilch finde ich beispielsweise superlecker und da kommt es mir nicht wieder hoch.

Die Nachfrage steigt, die Industrie muss mitgehen und ich finde es tatsächlich schade, dass man sich ständig drüber lustig macht. Es ist doch nur Ernährung. Will sagen, man geht doch auch nicht ins Fitnessstudio und sagt: “Haha, du trinkst Proteinshakes!”

Soll doch jeder machen, was er für richtig hält. Dass ich überwiegend Fleisch gefressen habe, lag halt einfach daran, dass es meistens günstiger ist als Obst und Gemüse.

Durch meinen Job bei Isarland sitze ich jetzt natürlich an der Quelle. In der Kantine habe ich sogar die Wahl zwischen omnivor, vegetarisch und vegan. Es ist eben einfach so, dass hochwertigere Lebensmittel auch länger sättigen. Ich beziehe mich da immer ganz gerne auf McDonalds. Diesen Scheiß, denn man sich einfach mal reinzieht und kaum hat man aufgegessen, hat man schon wieder Hunger.

Ich weiß noch, als ich mein Kantinenfutter auf vegan umstellte. Ich bin der Köchin zufällig über den Weg gelaufen. Sie schaute mich verblüfft an: “Ist das beabsichtigt, dass du vegan essen willst oder war das aus Versehen?”. Ich lachte: “Nein nein, das ist schon Absicht – grundsätzlich fress ich zwar noch alles, aber wenn ichs mir aussuchen kann, dann lieber so.”

Fühle ich mich jetzt moralisch und ethisch überlegen? Nein, aber ich fühle mich schon irgendwie besser. Ich mein, es ist etwas, was immer schon irgendwie in mir war.

Es ist halt einfach meine Entscheidung. Abgesehen von diesem Beitrag werde ich da wohl auch nie wieder drüber reden oder schreiben. Allerdings habe ich jetzt einfach die Möglichkeit, einen Link zu schicken, wenn mich mal wieder jemand deswegen nerven sollte.

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