Über den Autor des Beitrags:

Irgendwie war ich schon immer ein bisschen anders.

Während andere Mädchen ihre Barbie heiraten ließen und Familie spielten, führt meine Barbie einen eigenen Reiterhof. Später dann, als die meisten in meinem Alter den Schwerpunkt ihrer Freizeitgestaltung auf Partys mit Alkoholräuschen verlagerten, war ich damit beschäftigt, Jugendfreizeiten auszuarbeiten und durchzuführen, um Mädchen zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen.

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Als ich auf der Suche nach einem passenden Namen für mein Unternehmen war, schlug mir ein guter Freund vor, es doch Life-Sheet – also Lebens-Partitur – zu nennen. Die Grundidee dahinter verstand ich, doch irgendwie sträubte sich etwas in mir. Ich konnte nicht genau fassen, was es war. Einige Zeit später wurde mir klar: das ist nicht die Art, wie ich das Leben sehe oder was für mich das Ziel bspw. eines Coachingprozesses ist. In einer Partitur ist alles genau festgeschrieben. Sie strukturiert gewissermaßen ein Orchester oder ein Ensemble. Es gibt aufgrund der vorgegebenen Notation klare Richtlinien, wann man zu spielen hat und wann nicht, welche Lautstärke und in welchem Tempo.

Und genau an diesem Punkt kommt meine andere Sichtweise ins Spiel. Ich glaube nicht, dass wir heutzutage unser Leben nach einer vorgegebenen Partitur abspielen können. Das war bis vor ein paar Jahren noch anders. Früher war klar, als Sohn übernimmt man den Beruf des Vaters, als Tochter heiratet man und kümmert sich um Heim und Familie. Die einzige Freiheit, die man innerhalb dieser Partitur hatte war, das vorgegebene Stück nach dem eigenen Verständnis der Musik zu interpretieren, die Lautstärke zu variieren und eigene Modulationen einzubauen. Aber arg viel Spielraum gab es – je nach Familie – nicht. Dies ist zum Glück heute anders. Heute haben wir die Wahl, wie wir unser Leben gestalten wollen. Welchen Beruf wir wählen, wen wir heiraten – oder ob wir überhaupt heiraten, wie wir unsere Freizeit gestalten, alles ist nach eigenem Gusto individuell zu designen.