Vor Jahren schrieb ich einmal einen Beitrag über mein Plüsch-Pikachu. Damals war es ein Daily Prompt zum Thema:
Ich habe diesen Beitrag eben selbst noch einmal gelesen und mich für einen Moment zurückversetzt gefühlt.
Ich habe die Situation von damals noch immer bildlich und lebhaft in Erinnerung. Dieses Auto. Dieser Moment. Wie ich mein Pikachu verschenkt habe.
Heute schmerzt mich das nicht mehr so sehr wie das, was damals danach passiert ist. Trotzdem wurde mir beim Lesen wieder klar, dass man manche Dinge vielleicht wirklich lieber für sich behält. Genau das hatte ich damals schon geschrieben.
Ich möchte das Thema jetzt nicht wieder groß aufmachen. Es liegt Jahre zurück. Ich habe gelernt, Dinge hinter mir zu lassen und abzuhaken.
Aber es gibt trotzdem etwas zu berichten.
Ich habe wieder ein Pikachu.
Mehr oder weniger sogar im doppelten Sinne.
Oder besser gesagt: Ich habe mein Pikachu gefunden. Wie inzwischen bekannt sein sollte. Und ich habe mir noch einmal eins gekauft. Auf eBay. Im Top-Zustand. Knapp 30 Jahre alt.


Die Lieferung hatte sich etwas verzögert, weil in anderen Bundesländern Feiertag war. Hier in Niedersachsen natürlich mal wieder nicht. Aber am Ende kam es dann nach über einer Woche doch an.
Ich holte das Paket bei der benachbarten Hermes-Filiale ab und war erst etwas verwundert. Der Karton wirkte kleiner, als ich erwartet hatte.
Zuhause angekommen öffnete ich ihn vorsichtig, damit ich den Inhalt nicht beschädige. Ich schaute hinein und sah gelben Plüsch.
Da war es wieder.
Das Pikachu.
Als wäre es nie weg gewesen.
Für seine knapp 30 Jahre ist es wirklich top in Schuss. Ich hielt es mit beiden Händen, betrachtete es und plötzlich schossen mir die Tränen in die Augen.
Nicht, weil ich traurig war.
Sondern vor Freude.
Ich weiß nicht mehr genau, wie dieser Spruch geht. Irgendwas mit: Die höchste Form von Freude ist Weinen. Die höchste Form von Verzweiflung ist Lachen. Die höchste Form von Wut ist Schweigen.
Oder so ähnlich.
Ich war jedenfalls glücklich.
Für einen Moment war alles vergessen. Als wäre es nie weg gewesen. Als hätte dieses kleine gelbe Kuscheltier einfach nur eine viel zu lange Reise gemacht und wäre jetzt endlich wieder da.
Und ja: Wer hätte gedacht, dass ein 39-jähriger Mann vor Freude wegen eines Kuscheltiers weint?
Ich offenbar auch nicht.