Eigentlich wollte ich schon Anfang des Jahres damit fertig sein. Sprich: die ganzen Weibergeschichten aufschreiben. Doch irgendwie war mir nicht danach. Stattdessen beschäftigte ich mich mit anderen Dingen beziehungsweise mit einer weiteren „Weibergeschichte“.
Ja, manche Dinge ändern sich eben nie.
Wie in den vorherigen Beiträgen schon erwähnt, lege ich keinen sonderlichen Wert auf die Reihenfolge. Das liegt auch daran, dass es in einem kurzen Zeitraum sehr viel war und dann wieder lange Zeit nichts.
Da könnte man also einiges durcheinanderhauen. Ergo gebe ich mir erst gar keine Mühe, alles in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Aktivere Zeiten
Sagen wir mal, in meiner etwas „aktiveren“ Zeit arbeitete ich in diversen Clubs. Barkeeper, Fotograf, eben alles, was so angefallen ist.
Kontakt zu anderen Menschen ist mir nie sonderlich schwergefallen, was mitunter an meinem kontinuierlichen Alkoholpegel lag.
Die Wochentage waren eher langweilig, dafür ging es am Wochenende umso mehr zur Sache. Quasi das komplette Gegenteil zu jetzt.
Jetzt ist einfach alles langweilig. Von Montag bis Freitag und die Wochenenden mit dazu.
Meinen Selbstwert kann ich zurzeit auch aus keiner Tussi beziehen, aber das ist wieder ein anderes Thema.
Diese Phase hängt lose mit Geschichten wie „Dann kam K – Teil 1“, „Dann kam K – Teil 2“ und „One-Night-Stand im Club“ zusammen. Nicht zwingend sauber chronologisch, aber vom Gefühl her definitiv dieselbe Baustelle.
Stammgäste und Spielchen
Es gab diverse Stammgäste in den Lokalen, in denen ich gearbeitet habe.
Typische Bauern, die ihr Erspartes am Wochenende versoffen haben und anschließend allein nach Hause gegangen sind. Pärchen, die am Wochenende ihre Freunde trafen. Oder eben die Durchschnittsschlampen, die sich von Kerlen aushalten ließen.
Je nachdem, wie meine Laune war, war ich so frei, manchen Weibern die Tour zu versauen. Zum Beispiel, indem ich die Kerle darauf aufmerksam machte, dass die Tussi, die er gerade auf einen Drink einladen will, anschließend gleich wieder verschwindet und den Nächsten anlacht.
„Aber sie hat mir ihre Nummer gegeben!“
„Falsch. EINE Nummer gegeben.“
Zugegeben, es war immer recht interessant, Leute zu beobachten und Wetten abzuschließen. Wer mit wem, ob, wann und so weiter.
Begegnungen
Nun gut. Zu den Stammgästen gehörten auch zwei Freundinnen. Ich würde sagen, eher Durchschnitt als sonderlich attraktiv. Dennoch bin ich auch nur ein Kerl, und es spricht nichts dagegen, es sich einfach mal leicht zu machen.
Ich kannte beide schon seit Wochen. Mir ist nie wirklich aufgefallen, ob sie mit irgendjemandem nach Hause gegangen sind oder nicht.
Zugegeben, sie waren auch nicht wirklich auf meinem Schirm, weil ich mich eher für die interessierte, die zum ersten Mal oder nur selten da waren.
Wie die meisten „guten“ Freundinnen waren beide auch nicht abgeneigt, sich im Suff zu küssen und anzufassen.
Nett anzusehen, aber nichts, was in Großraumdiskotheken nicht regelmäßig vorkommen würde.
Das Angebot
Als ich eines Tages zum Fotografieren im Club war, kam eine der beiden auf mich zu.
Sie wollte wissen, ob sie mit ihrer Freundin bei mir schlafen könnte, da es Monatsende war und beide nicht so viel Geld hatten, um sich Drinks und die Heimfahrt mit dem Taxi leisten zu können.
Ich stimmte zu, realisierte zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, worauf das Ganze hinauslaufen sollte.
Ich ging also wieder meiner Arbeit nach. Knipste Pärchen, Singles, geile Weiber und auch die … ehm … ja, sagen wir einfach: die, bei denen ich die Fotos anschließend wieder löschen musste.
Die Nacht
Als ich genug Fotos hatte und der Club langsam leerer wurde, suchte ich die beiden auf, um ihnen mitzuteilen, dass ich fertig bin und vorhabe, demnächst heimzugehen.
Irgendwann hatte ich keinen Bock mehr zu warten, bin aus dem Club und heimgelaufen.
Ich war keine fünf Minuten daheim, als mein Handy klingelte.
Keine Ahnung, wo sie meine Nummer her hatten. Wobei … ach, wahrscheinlich habe ich sie ihnen im Vorfeld gegeben, falls irgendwas sein sollte.
„Wie heißt die Straße nochmal, in der du wohnst? Wir kommen jetzt mitm Taxi.“
Dachte, die haben kein Geld fürs Taxi?
Sei’s drum.
Ich sortierte meine Fotos, bearbeitete sie etwas nach und wartete darauf, dass beide bei mir aufschlugen.
Wenig später hörte ich das Taxi vor der Tür und ließ die Weiber rein.
Ich warf eine Matratze auf den Boden, Decke und Kopfkissen dazu, und verabschiedete mich mit den Worten:
„Da könnt ihr pennen.“
Offensichtlich war es nicht das, was sie erwartet hatten. Doch ich bin ein Freund von klaren Ansagen. Also wenn die Mädels ficken wollen, dann sollen sie es doch einfach sagen.
Ich lag in meinem Bett und beobachtete beide dabei, wie sie sich auf der Matratze auf dem Boden neben mir aneinander kuschelten.
Dabei stellte ich mir vor, wer von beiden wohl besser blasen kann. Nachdem ich meinen Entschluss getroffen hatte, wollte ich warten, bis die andere eingeschlafen ist.
Dumm wie immer
Dummerweise bin ich beim Warten selbst eingenickt. Ich wurde aber kurze Zeit später von einer der Tussis geweckt.
Sie kroch unter meine Decke, fing an, mich zu befummeln, und ich war erleichtert, dass es nicht die hässlichere von beiden war.
Was jetzt nicht heißen soll, dass die Mädels hässlich waren. Aber ich bin eben enorm oberflächlich, was sowas angeht. Von daher: egal.
Als ich die auf meinem Bett gerade nach unten schieben wollte, damit sie meinen Schwanz ein wenig bearbeitet, wachte die andere auf.
„Was macht’n ihr?!“
Echt jetzt? Nach was sieht’s denn aus? Tzz.
Die zweite sprang auch mit zu uns, und es wurde ziemlich eng auf meinem 100 x 200 cm Bett.
Blöd war, dass ich quasi schon vorher wusste, dass die zweite keinen Plan hatte und wahrscheinlich nur mitgezogen wurde.
Was auch immer sie da tat, war irgendwie … kein Plan … komisch?
Und es ließ mich auch daran zweifeln, ob das, was ich hier gerade tue, das Richtige ist.
Ich meine klar, jeder Kerl träumt davon, einen Dreier zu haben. Aber … hm. Ich habe, sagen wir mal, „kalte Füße“ gekriegt.
Ich schaute auf mein Handy. Inzwischen war es 8 Uhr und ich sagte:
„Oh scheiße, schon so spät? Ich muss noch zu meiner Mutter … ganz dringend.“
Musste ich eigentlich nicht, aber mein Kühlschrank war sowieso leer und ich war mit der Gesamtsituation einfach überfordert.
Wir zogen uns also an, gingen in die Stadt, und ich verschwand im Bus zu meiner Mam.
Die Folgen
Nachdem ich den Kühlschrank meiner Mutter geplündert hatte, klingelte mein Handy. Mein Mitbewohner war am anderen Ende.
„Hahahah, Alter … wieso sitzen Bla und Blubb vor unserer Haustür?“
Die beiden Mädels.
„Echt jetzt?“
„Ja. Die meinen, sie hätten bei dir gepennt und den Geldbeutel vergessen. Du hast die gefickt, oder?“
Nein, hatte ich nicht. Doch er wollte mir nicht glauben.
So ist es nun einmal. Wenn man ehrlich und direkt ist, glauben einem die Menschen meist sowieso nicht.
Seitdem hatte ich also den Ruf weg, die beiden gefickt zu haben. Und im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte nicht gekniffen.
Doch man soll ja nichts bereuen, was man in dem entsprechenden Moment für richtig erachtet hat.
Weiterlesen
Diese Geschichte gehört in dieselbe alte Phase aus Clubnächten, Selbstwert, Alkohol und ziemlich fragwürdigen Entscheidungen.
- One-Night-Stand im Club – eine weitere Geschichte aus dieser Zeit zwischen Bar, Tanzfläche und Bett.
- Dann kam K – Teil 1 – einer der Beiträge, die lose in denselben Zeitraum gehören.
- Dann kam K – Teil 2 – die Fortsetzung mit Wut, Vertrauen und einem ziemlich peinlichen Abgang.
- Am Anfang ist alles gut – über Muster, Erwartungen und das, was sich später oft wiederholt.
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