Busgeflüster: Der alltägliche Wahnsinn

B

Es gibt eine Vielzahl Dinge die mich amüsieren und zum Lachen bringen. Das dumme Gerede fremder Menschen gehört meistens einfach nicht dazu. Ein Grund mehr wieso ich eigentlich grundsätzlich nur mit Kopfhörern aus dem Haus gehe, auch wenn’s beispielsweise nur die drei Meter zum REWE um die Ecke sind.

Wie sagte Einstein schon: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.”


Neulich war ich (leider) mal wieder mit dem Bus unterwegs – wollte mir eine zusätzliche Grafikkarte holen und mehr RAM, jedenfalls bin ich in den Bus eingestiegen und eine Dame mit Doppelkinderwagen hat bereits den Eingangsbereich versperrt. Als ich sie genauer begutachten wollte dachte ich mir nur wie verzweifelt Männer sein können, um so etwas zu schwängern. Null Ausstrahlung, Kleidung vom roten Kreuz und die Figur… Gott. Wirklich?

Zwei Haltestellen weiter stiegen nochmals zwei Frauen mit Kinderwagen hinzu, womit der vordere Bereich des Bus dicht war. Und jetzt kommt der interessante Teil: Da ich recht früh gefahren bin war der Bus schön voll mit Rentnern die offensichtlich auf dem Weg zum Friedhof waren.

“Unverschämtheit, des müsste ma begrenze, des konn doch ned soi, des da so viele Kinnerwäge im Bus sin.” mein Gesichtsausdruck wandelte sich von :( zu :|

Die zuletzt zugestiegene Dame unterhielt sich mit ihrer Mutter darüber, dass sie wohl einen ihrer überflüssigen Kinderwägen gegen ein Dreirad für die Kleinen getauscht hätte. Der Kinderwagen wäre zuvor von eBay gewesen, weil sie kein Geld hat und sparen muss, wo sie nur kann.

“Ha des könne ma leide, koi Geld un Kinner ind Welt setze.” meckerte eine Oma vor sich hin. Mein Gesichtsausdruck wandelte sich von :| zu :)

Omas sind halt bissl direkt, wa? Die Unterhaltung von Frau mit Mutter ging weiter:

“Mudda hasch des grod gehird? Die Alt, sag die do von wege des mo koi Kinner ind Welt setze soll, wenn mo koi Geld hed…” Gesichtsausdruck von :) zu :D

Lalala, die Gedanken sind frei.

“… ha moi Handy isch kaputt, muss ih mal gucke ob i en Ersatzhandy krieg.”

“Ersatzhandy? So isch des koi Geld un die neuschte Handy hobe wolle. So ebbes hät mo sich mol in moiner Junged traue solle.”

Es ging ewig so weiter und irgendwann saß ich nur noch breitgrinsend im Bus und versuchte die meckernde Oma ausfindig zu machen. Ich mein Recht hat sie, aber lustig finde ich immer, wenn die alten Leute so reden, als wären sie alleine.

2 Kommentare

Von Eric

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