Ich würde nicht sagen, dass dieses Thema so alt ist wie das Internet selbst. Aber soziale Medien sind immer mal wieder Thema in meinem Blog gewesen.
Selten positiv.
Eher negativ belastet.
Ziemlich am Anfang dieses Blogs gab es einen Beitrag darüber, dass mein Facebook-Account gelöscht war. Später habe ich sogar mal eine Website namens nofacebookprofile.com ins Leben gerufen. Auch darüber habe ich geschrieben. Wie es dazu kam. Was die Idee dahinter war. Und natürlich auch, wie das Ganze irgendwann wieder zu Ende ging.
Social Media und ich hatten also schon immer ein eher angespanntes Verhältnis.
Und ich glaube, das liegt vor allem daran, dass soziale Medien herzlich wenig mit dem echten Leben zu tun haben.
Natürlich ist das keine neue Erkenntnis. Wir wissen das alle. Trotzdem vergessen wir es ständig wieder.
Instagram, Facebook und wie sie alle heißen zeigen meistens nicht das Leben. Sie zeigen Highlights. Die schönen Momente. Die guten Winkel. Das bessere Licht. Die Urlaube. Die Erfolge. Die lachenden Gesichter. Die perfekt angerichteten Teller. Die Momente, in denen alles so aussieht, als hätte jemand sein Leben komplett im Griff.
Also im Grunde ziemlich genau das Gegenteil von dem, was mein Blog früher oft war.
Hier war nicht alles glattgebügelt. Hier war vieles chaotisch. Emotional. Unsortiert. Manchmal wütend. Manchmal traurig. Manchmal einfach nur ehrlich.
Vielleicht war genau das auch der Grund, warum ich mit Social Media nie so richtig warm geworden bin.
Inzwischen nutze ich Social Media anders
Inzwischen habe ich mich aber weiterentwickelt.
Ja, ich nutze soziale Medien.
Hauptsächlich beruflich. Für Miniparts24, für Inhalte, für Reichweite, für Kundenkontakt, für Anwendungsentwicklung, WordPress-Kram und ähnliche Dinge. In dem Bereich ergibt es für mich Sinn. Da ist es ein Werkzeug.
Privat brauche ich Social Media aber nicht, um mit Freunden in Verbindung zu bleiben.
Die Menschen, die mich erreichen wollen, wissen, wie sie mich erreichen können. Dafür brauche ich keinen Feed, keinen Algorithmus und keine Story-Funktion.
Ich nutze es auch nicht, um mich selbst besser darzustellen. Zumindest nicht bewusst.
Zwischen Erinnerung und Selbstinszenierung
Wobei das natürlich auch so eine Sache ist.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass viele Menschen gar nicht posten, um anzugeben. Sie teilen einfach gerne Erinnerungen. Dinge, die sie erlebt haben. Orte, an denen sie waren. Momente, die ihnen etwas bedeutet haben.
Und wenn sich jemand davon angegriffen fühlt, sollte diese Person vielleicht nicht automatisch beim anderen den Fehler suchen.
Da ist schon etwas dran.
Denn ganz ehrlich: Ich poste ja auch keine Fotos, auf denen ich weinend in der Ecke sitze. Ich poste eher Bilder von Uganda, von Flügen, von schönen Momenten, von Erlebnissen, die mir wichtig waren.
Nicht, weil ich damit Likes farmen will.
Sondern weil ich gelegentlich durch meinen eigenen Feed scrolle und mich erinnere.
Instagram ist für mich im Grunde so etwas wie ein digitales Fotoalbum.
Ihr wisst schon: diese Dinger, in die man früher Fotos eingeklebt hat. Mit schiefen Ecken, kleinen Notizen daneben und diesem leicht peinlichen Gefühl, wenn man Jahre später wieder durchblättert.
Nur eben digital.
Das Problem mit dem digitalen Fotoalbum
Das Problem ist nur: Ein Fotoalbum lag früher im Schrank.
Instagram liegt ständig in der Hosentasche.
Und genau da wird es schwierig.
Weil man nicht nur die eigenen Erinnerungen sieht, sondern auch ständig die scheinbar perfekten Ausschnitte aus dem Leben anderer Menschen. Und selbst wenn man weiß, dass das alles nur Ausschnitte sind, macht es trotzdem etwas mit einem.
Man vergleicht sich.
Man fragt sich, warum andere mehr erleben.
Warum andere scheinbar glücklicher sind.
Warum andere erfolgreicher wirken.
Warum andere immer unterwegs sind, während man selbst abends müde auf dem Sofa hängt und überlegt, ob man noch duschen geht oder einfach direkt liegen bleibt.
Und genau deshalb ist Social Media für mich ein komisches Konstrukt.
Es kann schön sein.
Es kann praktisch sein.
Es kann inspirieren.
Aber es kann auch ziemlich giftig werden, wenn man nicht aufpasst.
TikTok, LinkedIn und meine Ruhe
TikTok nutze ich gar nicht. Ist mir zu doof. Zu laut. Zu schnell. Zu viel von allem.
LinkedIn habe ich zwar, aber na ja. Sagen wir so: Ich habe ein Profil. Ob ich es wirklich brauche, ist eine andere Frage.
Vielleicht sollte ich es einfach löschen.
Ich bin vermutlich auch einfach kein besonders sozialer Mensch. Oder zumindest nicht auf diese Art.
Ich brauche nicht jeden Tag ein Netzwerkgefühl. Ich brauche nicht ständig neue Kontakte. Ich brauche keine Selbstinszenierung mit Business-Floskeln und Motivationssprüchen darüber, dass man nur hart genug arbeiten muss, um sein Leben zu ändern.
Manchmal reicht es auch, einfach seine Ruhe zu haben.
Vielleicht bin ich für Social Media inzwischen auch zu alt.
Oder zu müde.
Oder zu ehrlich.
Keine Ahnung.
Wofür nutze ich Social Media also?
Am Ende nutze ich soziale Medien heute deutlich weniger als früher.
Beruflich als Werkzeug.
Privat eher als Erinnerungsalbum.
Und alles andere darf gerne an mir vorbeiziehen.
Wie sieht es bei dir aus?
Nutzt du Social Media?
Und wenn ja: wofür eigentlich?
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schrieb am 24.06.2026:
Ich habe ganz ähnliche Gedanken, stolpere immer wieder über die Bezeichnung „soziale“ Netzwerke. Dabei sind es höchst asoziale Netzwerke…..
schrieb am 24.06.2026:
Meine Worte. Sag ich auch immer…