In den vergangenen Jahren gab es oft Moment, die mich Dinge hinterfragen ließen. Ich zermürbte mir den Kopf und dachte, ich könnte noch irgendetwas an dem, was geschehen ist ändern. Ich bin müde geworden bei dem Bestreben, Menschen ändern zu wollen, und es hat ewig gedauert, bis ich begriff, dass das nicht geht.

Heute sehe ich vieles anders, bin gelassener geworden – konnte begreifen, dass vieles meine Kraft nicht wert ist. Ich mein klar, gibt es nach wie vor Dinge, die mich aufregen. Beispielsweise wieso man mit 80 auf der Landstraße rumeiert, aber das ist ein anderes Thema. Nur so am Rande: Außerhalb geschlossener Ortschaften 100 kmh, sofern nicht anders angegeben.

Wie gesagt, ich nehme inzwischen vieles gelassener, sofern, und das ist der Punkt, es mich nicht betrifft. Dinge, die mich direkt oder indirekt beeinflussen, regen mich nach wie vor auf.

Die Landstraße

Wenn jemand vor mir mit 80 oder langsamer auf der Landstraße fährt und ich keine Möglichkeit habe zu überholen, dann regt mich das auf. Wieso? Weil es eine Situation ist, die ich nicht ändern kann. Klar, könnte man jetzt sagen, ich soll an meiner Einstellung arbeiten und es locker nehmen und die fahrt genießen. Doch das kann ich nicht, weil ich das nicht möchte. Ich will das höchstmögliche Tempo fahren, weil es mir Spaß macht und Freude bereitet und wenn mir jemand diese Freude nimmt, regt mich das auf.

Könnte man jetzt wieder umdrehen, aber lassen wir es einfach so stehen.

Vergangenes Jahr habe ich irgendwo gelesen, dass einem das Universum so lange das gibt, was man nicht möchte, bis man weis, was man will. Tatsächlich war das immer ein großer Punkt in meinem Leben, eben, dass ich nicht weis oder wusste, was ich eigentlich will.

Genaugenommen ist es lustig, dass ich immer das bekomme, was ich nicht möchte – dabei dachte ich inzwischen, dass ich weiß was ich will. Das vergangene Jahr hat mir ziemlich genau gezeigt, was ich in einer Beziehung nicht will. Ich will niemanden, der nur neben mir sitzt und sich nicht für mich oder mein Leben interessiert. Ich möchte eine Partnerschaft mit offener Kommunikation, jemanden, der hinter mir steht und mir Halt gibt.

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Kommender Besuch

Dieses Jahr habe ich jemanden zu Besuch, mit dem ich über Gott und die Welt sprechen kann, allerdings fehlt einfach die Zärtlichkeit und Zuneigung, und das wird sich dann nicht ändern, weil ich sie nicht ändern kann und das ist auch in Ordnung. Schließlich habe ich ja inzwischen begriffen, dass ich andere Menschen nicht ändern oder von meinem „Glauben“ überzeugen kann.

Blöd ist nur, dass in solchen Momenten immer wieder die Vergangenheit hochkommt und mich bedrückt.

Es war schon oft so, dass andere mehr in mir gesehen haben als ich selbst. Schade, ich dachte, ich wäre intelligent, doch tatsächlich bin ich wahnsinnig schwer von Begriff.

Eine Freundin meinte, dass es mir ganz guttun würde, wenn ich jemanden um mich herum hätte, der weniger emotional ist. Ich äußerte mich dazu nicht und dachte, ich nehme es einfach mal so hin und probiere es aus. Mich kotzt es an, dass ich immer nur solche… wie soll ich sagen? Dass ich immer nur Puzzelstücke abbekomme, aber nichts Ganzes. Ich bin jetzt Mitte 30, wie lange soll ich denn noch warten und geduldig sein, dass irgendwann alles so kommt, wie es kommen soll?

Ich bin müde – wirklich – ich komme mir manchmal vor wie jemand, der gegen Windmühlen kämpft. Es ist ja jetzt nicht so, dass meine Erwartungen zu hoch gesteckt sind. Ich sehe doch, dass es geht und es so was gibt, nur eben nicht bei mir.

Hm. Irgendwann wird alles gut, nicht wahr?