Der erste Tag vom Rest meines Lebens

Mir ist es schon immer schwergefallen, Schlussstriche zu ziehen, etwas endgültig zu beenden oder abzuhaken. Ganz egal ob Freundschaften oder Beziehungen: Wenn ich irgendwann den Punkt erreicht hatte, an dem ich eigentlich hätte sagen müssen: „Bis hierhin und nicht weiter…“, haben mir die Eier gefehlt zu sagen: „Jetzt ist Schluss.“

Ich habe es in einem meiner älteren Beiträge schon einmal geschrieben: Spätestens wenn etwas mehr weh tut, als dass es Freude bereitet, sollte man es beenden.

Ich trauere zu lange, hänge Dingen und der Vergangenheit hinterher, während mein restliches Leben an mir vorbeizieht. Ich habe so viel meiner kostbaren Zeit weggeworfen, dass ich mich heute darüber ärgere.

Ein bisschen mehr Gleichgültigkeit wäre nicht schlecht.

Ich bin, wie ich bin

Nun, ich bin, wie ich bin. Ich widerspreche mir oft selbst und laber den ganzen Tag Scheiße. Aber das ist schon gut so, denn das bin ich. Und ich bin toll.

Früher war ich des Öfteren verunsichert, wenn mich Lehrer, Ausbilder und Dozenten die ganze Zeit oder zumindest öfter als die anderen angeschaut haben. Nach dem ein oder anderen Gespräch weiß ich inzwischen, dass es nichts Schlechtes ist. Ich strahle anscheinend etwas Beruhigendes und Verständnisvolles aus und falle daher oft in den Fokus anderer.

Also kann ich so schlecht nicht sein.

Nicht alle sind gemeint

Gestern erhielt ich einen Kommentar nach dem Motto, dass meine letzten Beiträge nicht so toll waren, weil ich Frauen alle als Arschlöcher hinstelle.

Na ja gut, so sehe ich das nicht. Aber klar: Für den oder die, die liest, ist es immer schwerer nachzuvollziehen, was in dem Moment in meinem Kopf vorgeht.

Tatsächlich hingen der oder die letzten Beiträge mit einer Person zusammen. Nur einer. Oder vielmehr mit der Bestätigung für etwas, was ich schon viele Jahre vermutet hatte, wofür ich jetzt aber endlich Gewissheit habe.

Die Frauen da draußen brauchen sich nicht alle angegriffen fühlen. Im Gegenteil: Ich komme nach wie vor mit Frauen besser klar als mit Kerlen. Das musste ich beispielsweise jetzt auch wieder in der Fahrschule feststellen.

Verantwortung übernehmen

Ich meine klar, in meinem Leben war es nicht immer leicht. Was aber oft an mir selbst lag. Ich kann nicht mit dem Finger auf andere zeigen und sagen: „Du und du bist schuld…“ … an was auch immer.

Nein. Jeder ist für sein Verhalten selbst verantwortlich. Und dass vieles bei mir länger dauert, ist ganz allein meine Sache.

Aber ihr wisst ja: Nichts geschieht ohne Grund.

Ich vertrete nach wie vor die Einstellung, dass wir uns alle auf einem vorbestimmten Weg befinden. Jeder kommt früher oder später an sein Ziel, und man kann sich ein Stück weit auch einfach treiben lassen.

Wir kommen schon alle irgendwann dort an, wo wir hin sollen. Wichtig ist nur, nicht stehen zu bleiben oder an sich selbst zu zweifeln.

Ich gebe mich nicht auf

Es gibt genug Penner da draußen, die sich aufgegeben haben. Aus welchen Gründen auch immer. Und auch wenn bei mir oftmals der Eindruck entstanden ist oder vielleicht auch noch entstehen wird…

… ich tu das nicht. Werde ich nie. Habe ich nicht.

Sicher habe ich mich oft verloren gefühlt. Aber wirklich abgekommen bin ich nicht. Ich hatte eher das Problem, dass ich mir zu große Ziele setzte. Dass ich schnell entmutigt war, wenn etwas nicht gleich auf Anhieb geklappt hat.

… doch jetzt läuft alles. Schritt für Schritt.

Und auch ich komme irgendwann da an, wo ich hinkommen soll.

Scheiß auf die Vergangenheit. Heute ist ein neuer Tag. Der erste Tag vom Rest meines Lebens, wie man so schön sagt.

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Weitere persönliche Texte über Schlussstriche, Vergangenheit und innere Entwicklung findest du in der Kategorie Entwicklung & Gesundheit. Thematisch passen auch Der Weg zu innerem Frieden: Die Vergangenheit loslassen, Warum Loslassen manchmal notwendig ist und Innere Heilung.

Gab es bei dir auch schon einen Moment, an dem du gemerkt hast, dass du nicht mehr in der Vergangenheit hängen bleiben willst?


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